Geldstreit: Skisprung-Klassiker in Gefahr
Hinter den Kulissen des prestigeträchtigsten Events im Skispringen brodelt es gewaltig. Die Vierschanzentournee 2027 steht vor einer Zerreißprobe, da ein eskalierender Streit um die Finanzen den Standort Garmisch-Partenkirchen infrage stellt. Während sportlich mit der Einführung der Frauen-Tournee Meilensteine gesetzt werden, droht organisatorisch ein beispielloses Drama.
Finanz-Zoff gefährdet das Neujahrsspringen
Nach Informationen der BILD gebe es erhebliche Unstimmigkeiten zwischen dem Deutschen Skiverband (DSV) und den Verantwortlichen in Garmisch-Partenkirchen. Der Kern des Konflikts liege in der Vergütung für den Ausrichter des traditionellen Neujahrsspringens. Da die Zahlungen seit rund zwanzig Jahren nicht angepasst worden wären, fordere Garmisch nun eine Erhöhung um etwa 30 Prozent.
Garmisch-Partenkirchen nicht im Kalender
Die Auswirkungen des Streits sind bereits sichtbar: Im aktuellen Entwurf des FIS-Veranstaltungskalenders für die kommende Saison wird Garmisch-Partenkirchen nicht als Austragungsort gelistet. Während Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen, sich zu laufenden Verhandlungen nicht äußern möchte, gibt sich DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach vorsichtig optimistisch, eine gemeinsame Lösung zu finden.
Ausweichmöglichkeiten und Markenschutz
Sollte der Streit nicht beigelegt werden, stehen radikale Alternativen im Raum. Eine Option wäre, den Auftakt und das Neujahrsspringen beide in Oberstdorf auszutragen. Auch Klingenthal wird als möglicher Ersatzort genannt, was jedoch eine logistische Mammutaufgabe für die Teams bedeuten würde.
Revolution: Frauen-Tournee offiziell bestätigt
Trotz der finanziellen Unruhen gibt es für das Skispringen auch historische Nachrichten. Die FIS-Skisprungkommission hat offiziell bestätigt, dass die Frauen ab dem kommenden Winter ihre eigene Vierschanzentournee erhalten. Die Wettbewerbe finden jeweils einen Tag vor den Männern statt. Möglich macht dies unter anderem der Neubau einer Flutlichtanlage am Bergisel in Innsbruck.
Die Premiere der Frauen-Tournee ist für den 28. Dezember in Oberstdorf geplant und endet am 5. Jänner in Bischofshofen. Ob das Neujahrsspringen der Männer und Frauen wie geplant in Garmisch-Partenkirchen stattfinden kann, bleibt die spannendste Frage des kommenden Winters.