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Emma Aicher und Mikaela Shiffrin im Zielraum beim Weltcup-Finale in Hafjell.
Spannung pur: Emma Aicher braucht am Mittwoch einen perfekten Tag, um Mikaela Shiffrin im Kampf um den Gesamtweltcup noch abzufangen.
Spannung pur: Emma Aicher braucht am Mittwoch einen perfekten Tag, um Mikaela Shiffrin im Kampf um den Gesamtweltcup noch abzufangen.
APA-Images / AP / Marco Trovati

Weltcup-Showdown: So kann Aicher Shiffrin noch stoppen

24.03.2026 um 15:15, Marcel Toifl
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Emma Aicher wahrt beim Weltcup-Finale ihre Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup. Ein Erfolg im Riesenslalom ist für das entscheidende Szenario jedoch Pflicht.

Emma Aicher hält bis zum letzten Rennen Anschluss im Kampf um die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup. Die 22-jährige Deutsche fährt im Slalom von Hafjell auf einen starken dritten Rang, verliert aber entscheidenden Boden auf die dominierende Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin baut ihre Führung vor dem abschließenden Wettbewerb weiter aus, sodass für Aicher nur ein schmales Fenster für eine historische Wende bleibt.

Duell um die Kristallkugel

Das Saisonfinale steht ganz im Zeichen eines Zweikampfs zwischen der besten Allrounderin und der Technikkönigin. Emma Aicher reist mit der Empfehlung von zehn Podestplätzen nach Norwegen, während Mikaela Shiffrin vor allem in den technischen Disziplinen punktet. Vor dem Slalom betrug der Rückstand 45 Punkte, nach dem Rennen wuchs der Abstand auf 85 Zähler an.

Trotz der gewachsenen Distanz bleibt die Leistung der Deutschen beeindruckend. Mit ihrem fünften Slalom-Podium des Winters wahrt sie die theoretische Chance, als erste Deutsche seit Maria Riesch (2011) den Gesamtweltcup zu gewinnen. Dennoch rückt der ersehnte Sieg in weite Ferne, da ihre Kontrahentin erneut fehlerfrei blieb.

Shiffrin dominiert den Slalom

In Hafjell lieferte Mikaela Shiffrin die nächste Machtdemonstration ab und feierte ihren 110. Weltcupsieg. „Diese Kugel ist das Symbol für alles, was mein Team geleistet hat“, erklärt Mikaela Shiffrin im ORF-Interview. Sie siegte souverän vor Wendy Holdener und verwies Emma Aicher auf Rang drei.

Saison-Vergleich: Riesenslalom-Form

Um die Chancen auf den Gesamtweltcup einzuschätzen, lohnt ein Blick auf die bisherige Saison-Performance im Riesenslalom. Während Mikaela Shiffrin zur absoluten Weltspitze gehört, ist es für Aicher die Disziplin mit dem größten Steigerungspotenzial.

KriteriumEmma AicherMikaela Shiffrin
Bestes Saison-ErgebnisPlatz 4 (Are)Sieg (Mehrfach)
Ø Platzierung (Top 10)3 MalKonstant Top 3
AusfallrateGeringNahezu Null

Szenarien für den Gesamtsieg

Da beim Weltcup-Finale nur die besten 15 Fahrerinnen Punkte erhalten, verschärft sich das Szenario für Emma Aicher drastisch. Bei einem aktuellen Rückstand von 85 Punkten ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Szenario A (Aicher gewinnt): Aicher landet auf Platz 1 (100 Pkt.) und Mikaela Shiffrin wird maximal 16. (0 Pkt.). Ergebnis: Aicher gewinnt mit 15 Punkten Vorsprung.
  • Szenario B (Knappe Kiste): Aicher gewinnt (100 Pkt.) und Mikaela Shiffrin wird 15. (16 Pkt.). Ergebnis: Shiffrin rettet den Gesamtsieg mit mickrigen 1 Punkt Vorsprung.
  • Szenario C (Vorentscheidung): Aicher wird Zweite (80 Pkt.). Ergebnis: Mikaela Shiffrin ist der Gesamtweltcup mathematisch nicht mehr zu nehmen, selbst bei einem Ausfall.

Aichers Restchance im Riesenslalom

Emma Aicher analysierte ihren Auftritt im Slalom gewohnt sachlich. „Im ersten Lauf war ich etwas träge, ich hab mir schwergetan, nach vorne zu kommen. Der zweite Lauf war schöner zu fahren, zum Durchschwänzeln. Ich bin ganz zufrieden. Es waren solide Läufe“, zitiert BILD die Deutsche.

Für das Wunder braucht sie nun ihren ersten Sieg in dieser Disziplin. Doch die 22-Jährige bleibt realistisch und stolz: „Es ist aber cool, dass ich bis zum letzten Rennen nervig sein kann“, so Aicher gegenüber dem ORF. Mikaela Shiffrin zeigt sich gewarnt: „Es ist überhaupt nichts sicher, im letzten Rennen kann alles passieren.“

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