Direkt zum Inhalt
Max Verstappen während eines Formel-1-Rennens
Gelassen vor dem Vorerst-Abschied: Max Verstappen beim Heimspiel der Formel 1 in Zandvoort.
Gelassen vor dem Vorerst-Abschied: Max Verstappen beim Heimspiel der Formel 1 in Zandvoort.
APA-Images / EXPA / Newspix

Vor letztem Heim-GP: Verstappen richtet sich an Politik

11.08.2026 um 13:05, Marcel Toifl
min read
Vor dem letzten Rennen in Zandvoort zeigt sich Max Verstappen gelassen. Der Formel-1-Star richtet dennoch einen Appell an die niederländische Politik.

Die Formel 1 kehrt aus der Sommerpause zurück – und das direkt mit dem Heimspiel für Max Verstappen. Für ungewisse Zeit wird es jedoch das vorerst letzte Rennen auf dem Dünenkurs in Zandvoort sein, da die Streckenbetreiber den Vertrag zur Ausrichtung des Grand Prix nicht verlängert haben. Der Red-Bull-Racing-Star blickt dem Ereignis dennoch vollkommen gelassen entgegen.

Gelassener Abschied von Zandvoort

Im Gespräch mit dem Fachmagazin Formule 1 erklärt Max Verstappen seine nüchterne Sicht auf das Vorerst-Aus des Rennens in Zandvoort. Die Entscheidung der Betreiber, finanzielle Risiken zu vermeiden, kann der Champion vollkommen nachvollziehen.

Verstappen ordnet die Situation wie folgt ein:

„Ich sehe das ganz gelassen. Es mag das letzte Formel-1-Rennen in Zandvoort sein, aber die Rennstrecke bleibt bestehen, und andere Serien werden dort weiterhin Rennen austragen. Auch Testtage können organisiert werden, daher fühlt es sich für mich nicht wie ein Abschied an. Natürlich wird die große orangefarbene Party wahrscheinlich zu Ende gehen, aber vielleicht können wir sie mit einem Demonstrationstag wiederbeleben, so wie wir es in der Vergangenheit getan haben.“

Die Einstellung des Grand Prix sieht der Niederländer nicht als Niederlage, sondern als vernünftigen Schritt der Organisatoren:

„Es ist genial, dass der Niederländische Grand Prix stattgefunden hat und vor allem, dass er immer so gut gelaufen ist. Aber ich verstehe die Gründe hinter der Entscheidung, nicht weiterzumachen. Es ist wichtig für die Verantwortlichen zu wissen, wann genug ist und den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg zu finden. Wir hatten ein paar wirklich tolle Jahre und so, wie es ist, ist es gut.“

Forderung an die Politik und Motorsport-Zukunft

Damit der Motorsport in den Niederlanden auch ohne ein jährliches Formel-1-Rennen in Zandvoort auf hohem Niveau erhalten bleibt, fordert Max Verstappen mehr Engagement von staatlicher Seite.

Gegenüber Formule 1 äußert sich der Ausnahmekönner zur Zukunft des Sports:

„Die Popularität hängt hauptsächlich vom nachkommenden Talent ab, und hoffentlich schafft es jemand in die Formel 1. Denn das erzeugt den größten Hype. Zufall spielt immer eine Rolle. Schauen Sie sich auch Deutschland in der Vergangenheit an. Und hoffentlich nimmt auch die Regierung den Fehdehandschuh auf. Unterstützung ist zu bestimmten Zeiten wichtig. Zumindest konnte jeder sehen, was Motorsport bewirken kann.“

Als warnendes Beispiel nennt Verstappen die Entwicklung in Deutschland, das trotz großer Automobiltradition derzeit keinen Formel-1-Grand-Prix ausrichtet. Als Positivbeispiel hebt er hingegen Spanien hervor, wo junge Talente im Motorrad- und Automobilsport gezielt gefördert werden.

Kein Eigenlob für den niederländischen Boom

Obwohl Experten wie Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone betonen, dass die Rückkehr des Rennens nach Zandvoort im Jahr 2021 ohne den Erfolg von Max Verstappen niemals zustande gekommen wäre, lehnt der Ausnahmeathlet die alleinige Verantwortung dafür ab.

Verstappen stellt klar:

„Nun, ich möchte nicht sagen, dass alles nur an mir liegt. Ich habe meinen Teil beigetragen. Vor allem finde ich es toll zu sehen, dass der Motorsport in den Niederlanden wirklich lebt. Ich persönlich muss das nicht auf meine Kappe nehmen. Ich muss das nicht an die große Glocke hängen. Und es ist auch nicht wichtig. Wichtiger ist zu sehen, dass Motorsport jetzt beliebt ist und kleine Jungs vom Motorsport und der Formel 1 träumen.“

Rückblickend zeigt sich der Red-Bull-Pilot dankbar für die Entwicklungen der vergangenen Jahre:

„Das hätte ich selbst nie erwartet. Ich glaube, das hat niemand. Als ich in die Formel 1 kam, dachte ich nicht, dass sich alles so gut entwickeln würde – die Ergebnisse, die Siege, die Titel und natürlich die Rennen in Zandvoort.“

more