Max Verstappen gegen 100 Fahrer: Dann bricht das völlige Kart-Chaos aus
- Max Verstappen startet hinter 100 Gegnern
- Schon die erste Runde endet im Chaos
- Für jeden Überholten war das Rennen vorbei
- Drei Fahrer versuchen Verstappen auszutricksen
- Zwei Gegner in einer Kurve, dann fällt der Führende
- Selbst die Simulation lag daneben
- Verstappen genießt die Rückkehr zu seinen Wurzeln
Vierfacher Formel-1-Weltmeister, 100 Gegner und ein scheinbar aussichtsloser Startplatz: Max Verstappen stellte sich in Silverstone einer ungewöhnlichen Herausforderung. Beim Kart-Spektakel „Max vs 100“ musste der Niederländer vom 101. und damit letzten Platz starten. Mit der Aufholjagd die folgte, haben aber selbst die waghalsigsten Prognosen vor dem Rennen nicht gerechnet.
Max Verstappen startet hinter 100 Gegnern
Das Konzept war recht simpel: Vor Max Verstappen standen 100 Karts, besetzt mit Red-Bull-Athleten, Content Creators, Streamern, Journalisten und Fans aus aller Welt. Für das riesige Starterfeld war in Silverstone eigens eine temporäre Streckenführung angelegt worden.
Ein bisschen mulmig war dem Vierfach-Weltmeister im Vorfeld aber schon. „Als ich in die Startaufstellung kam und sah, dass 100 Karts vor mir standen, war ich ein bisschen besorgt“, erklärte Verstappen später.
Schon die erste Runde endet im Chaos
Verstappen legte einen spektakulären Start hin und überholte bereits vor der Start-Ziel-Linie mehr als zehn Konkurrenten. In einer Haarnadelkurve brach unterdessen das Chaos aus. Karts kollidierten, andere standen plötzlich entgegen der Fahrtrichtung.
„Ich habe keine Ahnung, was hier los ist. Es ist ein Gemetzel“, funkte Verstappen während des Rennens.
Nur zwei Minuten nach dem Start lag er bereits auf Rang 37. Ganze 63 Fahrer waren zu diesem Zeitpunkt einfach ausgeschieden, ohne überhaupt eine vollständige Runde absolviert zu haben. Verstappens trockene Reaktion: „Keine schlechte erste Runde also!“
Für jeden Überholten war das Rennen vorbei
Grund dafür waren aber auch die Regeln, die die Aufgabe besonders brutal machten. Sobald das Heck von Verstappens Kart auf Höhe der Front eines Konkurrenten kam, galt dieser als ausgeschieden. Jeder erfolgreiche Angriff des Niederländers bedeutete damit das unmittelbare Ende für einen weiteren Fahrer.
Und Verstappen pflügte nicht durch das Feld, sondern flog Red-Bull-like regelrecht hindurch. Im Durchschnitt überholte er während seiner Jagd alle 21 Sekunden einen Gegner.
Bitten um Gnade halfen nicht. Motorsport-YouTuber Paky TWC lag in Runde sieben noch auf dem sechsten Platz und bat Verstappen über Funk, ihn nicht zu überholen. Kurz darauf war auch für ihn Schluss.
Drei Fahrer versuchen Verstappen auszutricksen
An der Spitze hatten sich inzwischen Pole-Sitter und Formel-1-Journalist Jacky Martens, YouTuber Zac Alsop und Red-Bull-Ford-Powertrains-Techniker Lewis Osler abgesetzt. Rund zwölf Sekunden Vorsprung lagen zwischen ihnen und Verstappen.
Pro Runde machte der Formel-1-Star ungefähr drei Sekunden gut.
Die Rennleitung griff schließlich zu einem ungewöhnlichen Mittel und erlaubte der Spitzengruppe zusätzliche schnelle Runden. In Runde zwölf nutzten drei Fahrer gemeinsam Abkürzungen und versuchten anschließend, Verstappen mit defensiver Fahrweise hinter sich zu halten.
Allein: Gebracht hat es nichts.
Zwei Gegner in einer Kurve, dann fällt der Führende
Bereits eine Runde später war Verstappen zur Stelle. In nur einer Kurve schnappte er sich Alsop und Osler. Anschließend war auch Martens fällig.
Damit war die Mission erfüllt: Max Verstappen hatte alle 100 Gegner nach nur 35 Minuten überholt – in der Hälfte der Zeit, die er dafür zur Verfügung gehabt hätte.
Selbst die Simulation lag daneben
Wie außergewöhnlich schnell die Aufholjagd verlief, zeigte auch eine Prognose vor dem Rennen. Laut Jack Harington von Oracle Red Bull Racing hatten Simulationen ergeben, dass Verstappen ungefähr 40 Minuten benötigen würde, um das gesamte Feld zu überholen. Der Niederländer war mal wieder schneller.
„Man kann alle Daten der Welt und die beste Technologie von Oracle haben, um es vorherzusagen, aber manchmal hat man eben einen Max Verstappen, der die Daten einfach schlägt“, so Harington.
Auch auf der Strecke war der Unterschied messbar. Verstappen fuhr mit 2:20,673 Minuten die schnellste Runde. Jacky Martens kam mit 2:23,327 Minuten auf die zweitbeste Zeit und war damit mehr als 2,6 Sekunden langsamer.
Verstappen genießt die Rückkehr zu seinen Wurzeln
Für Verstappen war der ungewöhnliche Wettkampf mehr als eine Show. Der Niederländer, dessen Karriere wie bei zahlreichen Formel-1-Piloten im Kart begann, genoss die Rückkehr zu seinen motorsportlichen Wurzeln. „Es hat großen Spaß gemacht, wieder in einem Kart zu sitzen und zu den Grundlagen zurückzukehren“, so Verstappen. Das Rennen habe ihn an seine früheren Zeiten im Kartsport erinnert.
Am Ende standen Verstappen, Martens und Osler auf dem Podium. Zac Alsop wurde Vierter, Pol Tarrés belegte Rang fünf.
Und Verstappen? Der hatte nach 100 überholten Gegnern offenbar noch immer nicht genug von der außergewöhnlichen Veranstaltung. Auf die Frage, wie er das Erlebnis einordnen würde, antwortete er bei seiner Ehrenrunde: „Ich glaube, das war bisher das Beste!“