DFB-Kader: So begründet Klopp seine Auswahl
Jürgen Klopp hat seinen ersten Kader als deutscher Bundestrainer präsentiert und dabei gleich zahlreiche Entscheidungen getroffen, die für Gesprächsstoff sorgen. Insgesamt 44 Spieler wurden für die vier anstehenden Nations-League-Partien nominiert. Auf seiner ersten großen Kader-Pressekonferenz erklärte der 59-Jährige nun, warum Marc-André ter Stegen im Tor gesetzt ist, Joshua Kimmich ins Mittelfeld rückt und mehrere prominente Namen vorerst fehlen.
Ter Stegen ist Klopps Nummer eins
Eine der wichtigsten Entscheidungen betrifft das deutsche Tor. Marc-André ter Stegen kehrt nach langer Pause zurück und startet unter Klopp zunächst als Nummer eins.
Klopp begründet die Entscheidung mit der Erfahrung des 34-Jährigen und dessen aktueller Fitness. Ter Stegen habe trotz seiner schwierigen vergangenen Jahre weiterhin Weltklasse-Qualitäten. Gleichzeitig machte der Bundestrainer klar, dass auch diese Position langfristig von der Leistung abhängt.
Oliver Baumann ist hingegen nicht dabei. Klopp entschied sich nach ter Stegen bewusst dafür, jüngere Torhüter in den Kader einzubauen. Finn Dahmen ist sogar in beiden Aufgeboten vorgesehen.
Kimmich bekommt klare Rolle
Auch bei Joshua Kimmich legte sich Klopp fest. Der Kapitän wird unter dem neuen Bundestrainer ausdrücklich als Mittelfeldspieler eingeplant. Eine Rückkehr auf die rechte Abwehrseite ist derzeit kein Thema.
Von Kimmich erwartet Klopp zugleich eine Führungsrolle. Mit seiner Erfahrung solle der Bayern-Profi innerhalb einer Mannschaft vorangehen, in der viele neue und junge Spieler ihre ersten Schritte im Nationalteam machen.
Bei Florian Wirtz will Klopp hingegen die Erwartungshaltung verändern. Der Liverpool-Star müsse nicht in jedem Spiel mit Toren oder Assists glänzen. Für Klopp zählt vielmehr, wie stark Wirtz der gesamten Mannschaft hilft.
Darum fehlen Undav, Sané und Goretzka
Für Aufmerksamkeit sorgen auch mehrere Nicht-Nominierungen. Deniz Undav fehlt, weil Klopp bei den Angreifern andere Optionen bevorzugte und der Stürmer aus Sicht des Bundestrainers noch nicht richtig in die Saison gefunden hat.
Auch Leroy Sané ist zunächst nicht dabei. Klopp sieht beim Offensivspieler derzeit noch Luft nach oben, will mit ihm aber persönlich das Gespräch suchen. Leon Goretzka fehlt verletzungsbedingt und soll ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt mit dem neuen Teamchef sprechen.
Klopp betonte, dass er im Zuge seiner ersten Kaderplanung bereits mehr als 50 Gespräche geführt habe. Die Türen seien für aktuell nicht nominierte Spieler daher keineswegs dauerhaft geschlossen.
Klopp schwärmt von Karl und den Neulingen
Besonders angetan zeigte sich Klopp von Bayern-Talent Lennart Karl. Schon beim ersten persönlichen Treffen habe der 18-Jährige mit Selbstbewusstsein und körperlicher Präsenz Eindruck hinterlassen.
Auch die Reaktionen einiger Debütanten sorgten beim Bundestrainer für Begeisterung. Bambasé Conté habe bei Klopps Anruf zunächst minutenlang gelacht, andere Spieler seien von ihrer erstmaligen Nominierung völlig überrascht gewesen.
Mit seinen zwei Kadern will Klopp in kurzer Zeit möglichst viele Eindrücke sammeln. Die ersten Spiele bestreiten die Deutschen gegen die Niederlande und Griechenland, anschließend wird ein großer Teil des Aufgebots ausgetauscht.
Damit wird bereits bei Klopps erster Nominierung deutlich: Der Neustart soll nicht nur personell groß ausfallen. Der neue Bundestrainer will zahlreiche Spieler testen, klare Rollen verteilen und gleichzeitig wieder mehr Begeisterung rund um die Nationalmannschaft erzeugen.