Seidl sieht Rot: „Man lässt sich nicht gern vorführen“
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Rapid Wien hat im Titelrennen der ADMIRAL Bundesliga endgültig den Anschluss verloren. Beim Auswärtsspiel gegen den LASK gingen die Hütteldorfer zwar früh in Führung, mussten sich am Ende jedoch mit 1:3 geschlagen geben. Damit ist zwei Runden vor Saisonende klar: Rapid spielt im Kampf um den Meistertitel keine Rolle mehr.
Der Start verlief aus Sicht der Wiener ideal. Der frühe Treffer brachte Sicherheit und ließ auf einen möglichen Auswärtserfolg hoffen. Doch mit zunehmender Spieldauer übernahm der LASK die Kontrolle. Vor eigenem Publikum steigerten sich die Linzer sichtbar und drehten die Partie noch vor dem Schlusspfiff. Für den emotionalen Tiefpunkt sorgte Rapids Kapitän Matthias Seidl tief in der Nachspielzeit.
LASK auf Titelkurs
Mit dem Sieg setzt der LASK ein klares Ausrufezeichen im Meisterrennen. Zwei Spieltage vor Schluss liegt die Mannschaft nun vor Sturm Graz und hat damit alle Trümpfe selbst in der Hand. Nach dem bereits fixierten Cupsieg könnte die Saison für die Oberösterreicher ihren perfekten Abschluss finden.
Schon im nächsten Heimspiel könnte die Entscheidung fallen. Voraussetzung dafür ist ein eigener Erfolg sowie ein Ausrutscher von Verfolger Sturm. Die Ausgangslage ist damit so gut wie selten zuvor.
Rapid hingegen muss sich mit der Rolle des Verfolgers zufriedengeben. Die Niederlage wiegt doppelt schwer: Einerseits wurde eine Führung aus der Hand gegeben, andererseits ist der Traum vom Titel endgültig geplatzt.
Frust entlädt sich in der Nachspielzeit
Für den emotionalen Tiefpunkt sorgte Rapids Kapitän Matthias Seidl tief in der Nachspielzeit. In einer bereits entschiedenen Partie verlor der Mittelfeldspieler die Nerven und setzte zu einem harten Foul an. Sein Gegenspieler hatte zuvor nahe der Eckfahne Zeit von der Uhr genommen, eine Szene, die Seidl offensichtlich provozierte.
Schiedsrichter Alexander Harkam reagierte sofort und zeigte die Rote Karte. Eine Entscheidung, die kaum Diskussionen zuließ. Der Platzverweis unterstrich den Frust, der sich bei Rapid nach dem Spielverlauf angestaut hatte.
Derby ohne Kapitän
Die Konsequenzen für Rapid sind spürbar. Seidl wird im kommenden Wiener Derby gegen Austria fehlen, ausgerechnet beim prestigeträchtigen Jubiläumsspiel. Zudem droht ihm eine längere Sperre, die im schlimmsten Fall sogar das vorzeitige Saisonende bedeuten könnte.
Innerhalb der Mannschaft wurde die Szene durchaus kritisch gesehen. Torhüter Niklas Hedl zeigte Verständnis für die Emotionen seines Kapitäns: „Er hat viel einstecken müssen.“ Gleichzeitig stellte er klar, dass eine solche Aktion nicht passieren dürfe.
Auch Verteidiger Jannes Horn äußerte sich ähnlich. „Man lässt sich nicht gern vorführen“, erklärte er, räumte aber ein, dass die Härte des Fouls zu weit ging. Die Rote Karte sei daher gerechtfertigt gewesen.