35 Polizisten verletzt: Skandal-Derby eskaliert völlig
Das DFB-Pokal-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Pyrotechnik flog in Zuschauerbereiche, Fans versuchten auf den Platz zu gelangen und die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Die erschreckende Bilanz: 35 verletzte Polizeibeamte, 85 medizinisch versorgte Personen und mehrere Festnahmen. Sportlich setzte sich Kaiserslautern mit 1:0 nach Verlängerung durch.
Derby gerät völlig außer Kontrolle
Bereits früh war die Stimmung im Carl-Benz-Stadion aufgeheizt. Pyrotechnik aus dem Kaiserslautern-Block sorgte schon nach wenigen Minuten für eine erste Unterbrechung. Auch aus dem Mannheimer Bereich flogen Gegenstände auf das Spielfeld.
In der Schlussphase der regulären Spielzeit eskalierte die Situation endgültig. Lautern-Kapitän Marlon Ritter geriet mit mehreren Mannheimer Spielern aneinander. Von der Haupttribüne wurden daraufhin Gegenstände in Richtung des Gästebereichs beziehungsweise der FCK-Bank geworfen.
Wenig später wurden aus dem Kaiserslautern-Block Pyrotechnik und Raketen in Richtung Haupttribüne geschossen. Mehrere Mannheimer Anhänger versuchten daraufhin, auf das Spielfeld zu gelangen. Schiedsrichter Robert Schröder unterbrach die Partie und schickte die Mannschaften in die Kabinen.
35 Polizisten werden verletzt
Die Polizei rückte mit einem massiven Aufgebot auf das Spielfeld. Unter den eingesetzten Kräften befanden sich auch berittene Beamte. Insgesamt waren rund 1.400 Polizistinnen und Polizisten rund um das Hochrisikospiel im Einsatz.
Nach Angaben der Polizei wurden 35 Beamte leicht verletzt. Zusätzlich mussten 85 weitere Personen medizinisch behandelt werden, unter anderem wegen Rauchgasen und des Einsatzes von Pfefferspray. Acht Betroffene wurden zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser gebracht.
Mehrere Fußballfans wurden vorläufig festgenommen. Die Polizei leitete Ermittlungen unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ein.
Klubs streiten über Auslöser der Randale
Nach dem Spiel entbrannte eine Diskussion darüber, wer die Eskalation ausgelöst hatte. Mannheims Sportdirektor Mathias Schober verwies vor allem auf die aus dem Lautern-Block abgefeuerten Raketen. Gleichzeitig räumte er ein, dass auch aus dem Mannheimer Bereich Gegenstände geworfen worden waren.
FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen wollte die Verantwortung dagegen nicht einseitig verteilen. Er sprach von furchtbaren Szenen auf den Rängen und betonte, dass von beiden Seiten provoziert worden sei. Solche Ausschreitungen würden dem Fußball massiv schaden.
Auch sportlich blieb die Partie emotional. Nach der rund 20-minütigen Unterbrechung konnte das Spiel fortgesetzt werden. Ibrahim Kanaté erzielte schließlich in der 120. Minute den entscheidenden Treffer zum 1:0 für Kaiserslautern.
DFB kündigt Aufarbeitung an
Die Vorfälle dürften für beide Vereine ein Nachspiel haben. Der Deutsche Fußball-Bund kündigte bereits an, die Berichte zu den Ausschreitungen umfassend auszuwerten und an die zuständigen Gremien weiterzuleiten.
Auch Schiedsrichter Robert Schröder zeigte sich nach der Partie erschüttert. Er habe in seiner Karriere bereits vieles erlebt, die Ereignisse in Mannheim seien jedoch von einer außergewöhnlichen Dimension gewesen.