Pfeifkonzert: Atlético-Star wird zum Feindbild der Fans
Eigentlich gehört Julián Álvarez zu den größten Stars von Atlético Madrid. Beim Heimspiel gegen Villarreal bekam der 26-Jährige davon allerdings wenig zu spüren. Statt Jubel schlugen dem argentinischen Weltmeister massive Pfiffe entgegen. Schon bei der Bekanntgabe der Aufstellung machten die Atlético-Fans ihrem Ärger Luft. Auch nach seiner Einwechslung wurde jeder Ballkontakt des Stürmers von Teilen des Publikums begleitet. Hintergrund ist sein öffentlich geäußerter Wunsch, den Klub zu verlassen.
Álvarez wird von eigenen Fans ausgepfiffen
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass Julián Álvarez ein schwieriger Nachmittag bevorstehen würde. Als sein Name im Stadion vorgelesen wurde, reagierten zahlreiche Atlético-Anhänger mit einem lautstarken Pfeifkonzert.
Der Argentinier saß zunächst auf der Ersatzbank. In der 66. Minute brachte ihn Trainer Diego Simeone schließlich in die Partie. Doch auch beim Betreten des Rasens änderte sich die Stimmung nicht. Álvarez wurde erneut heftig ausgepfiffen, später begleiteten die Unmutsbekundungen sogar viele seiner Ballkontakte.
Sportlich endete die Partie für Atlético mit einem 2:2 gegen Villarreal. Der eigentliche Mittelpunkt des Abends war aber die zunehmend angespannte Beziehung zwischen Álvarez und den eigenen Anhängern.
Nach Abpfiff geht er allein in die Kabine
Nach dem Schlusspfiff folgte eine Szene mit großer Symbolkraft. Während seine Mannschaftskollegen gemeinsam in Richtung Fankurve gingen, lief Álvarez alleine in die Katakomben.
Von der Tribüne wurde ihm sogar ein Atlético-Schal entgegengeworfen, den der Angreifer jedoch liegen ließ. Zunächst wirkte es so, als habe Álvarez selbst den Kontakt zu den aufgebrachten Fans vermeiden wollen.
Trainer Diego Simeone stellte anschließend jedoch klar, dass die Entscheidung vom Verein gekommen sei. Atlético habe Álvarez angewiesen, nicht gemeinsam mit seinen Teamkollegen zur Kurve zu gehen. Damit sollte offenbar verhindert werden, dass sich die ohnehin aufgeheizte Situation weiter zuspitzt.
Wechselwunsch sorgt für Ärger
Der Grund für den Bruch mit Teilen der Fans liegt in der Zukunftsplanung des Argentiniers. Álvarez hatte öffentlich erkennen lassen, Atlético verlassen zu wollen. Besonders ein Wechsel zum spanischen Konkurrenten FC Barcelona gilt als sein großer Wunsch.
Bei den Anhängern kommt das überhaupt nicht gut an. Álvarez besitzt schließlich noch einen langfristigen Vertrag bis 2030 und war in der vergangenen Saison einer der wichtigsten Spieler der Mannschaft. Dass er nun ausgerechnet innerhalb von La Liga wechseln möchte, sorgt bei vielen Fans für zusätzlichen Ärger.
Ein Transfer ist allerdings keineswegs beschlossen. Atlético hat bislang wenig Bereitschaft gezeigt, seinen Topstürmer einfach ziehen zu lassen. Zudem wird Álvarez mittlerweile auch mit anderen europäischen Spitzenklubs in Verbindung gebracht.
Teamkollegen stellen sich hinter Álvarez
Während die Stimmung auf den Tribünen angespannt ist, erhält Álvarez zumindest innerhalb der Mannschaft Rückendeckung. Kapitän Jan Oblak machte nach dem Spiel deutlich, dass der Argentinier weiterhin Teil des Teams sei und unterstützt werde.
Oblak bezeichnete die aktuelle Lage als unangenehm für alle Beteiligten. Gleichzeitig betonte der Torhüter, dass man genau wisse, welche Qualität Álvarez besitzt und welchen Beitrag er für Atlético leisten könne. Auch Giuliano Simeone stellte sich öffentlich hinter seinen Teamkollegen.