Familie tot: Erdbeben zerstört das Leben eines Profis
Inhalt
- Während des Bebens war er im Trainingslager
- Verzweifelte Suche nach den Vermissten
- Erdbeben fordern zahlreiche Opfer
- Suche nach Überlebenden geht weiter
Die schweren Erdbeben in Venezuela haben unzählige Familien auseinandergerissen. Besonders tragisch ist das Schicksal des argentinischen Fußballprofis Lucas Trejo. Der 38-Jährige verlor bei der Naturkatastrophe seine Ehefrau Yanina sowie die gemeinsamen Kinder Aarón und Ainhoa.
Mehrere Tage lang hatte Trejo unermüdlich nach seinen Angehörigen gesucht. Nun bestätigte sein Verein Club Sport Marítimo La Guaira die traurige Nachricht: Seine Familie gehört zu den Opfern der verheerenden Erdbeben.
Während des Bebens war er im Trainingslager
Als sich die beiden starken Erdstöße ereigneten, befand sich Trejo mit seiner Mannschaft in einem Trainingslager in Caracas. Sofort machte er sich auf den Weg zu seinem Zuhause in La Guaira, einer der Regionen, die besonders schwer von den Erdbeben getroffen wurden.
Dort bot sich ihm laut Angehörigen ein Bild der Verwüstung. Vom Wohnhaus der Familie war praktisch nichts mehr übrig.
Trejos Schwager Ricardo Ardiles schilderte die Situation als kaum in Worte zu fassen. Der Fußballprofi sei emotional völlig erschöpft gewesen und habe verzweifelt gehofft, dass sich seine Familie zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Gebäude befunden habe.
Verzweifelte Suche nach den Vermissten
Gemeinsam mit Freunden, Helfern und Teamkollegen suchte Trejo tagelang in den Trümmern nach Hinweisen auf seine Frau und die beiden Kinder. Immer wieder appellierten Mitspieler öffentlich an die Behörden, zusätzliche Bagger und schweres Gerät bereitzustellen, um die Rettungsarbeiten zu beschleunigen. Doch jede Hoffnung zerschlug sich.
Am Sonntag veröffentlichte Club Sport Marítimo La Guaira eine bewegende Botschaft in den sozialen Netzwerken. Der Verein sprach von einem "unersetzlichen Verlust" und versicherte seinem Spieler: "Lucas, du bist nicht allein. Deine Familie bei Marítimo La Guaira steht an deiner Seite."
Erdbeben fordern zahlreiche Opfer
Die beiden Erdbeben, die laut dem US Geological Survey nur 39 Sekunden auseinanderlagen, zählen zu den schwersten Naturkatastrophen des Landes seit mehr als 100 Jahren. Nach offiziellen Angaben kamen bislang mehr als 1.400 Menschen ums Leben. Tausende weitere gelten weiterhin als vermisst.
Unter den Opfern befinden sich auch mehrere Fußballspieler. Der venezolanische Nachwuchsnationalspieler Yimvert Berroterán starb ebenso wie die jungen Talente Víctor Palacios und Razan Sijaa.
Auch der Fußballprofi Héctor Bello musste einen schweren Verlust verkraften. Seine Partnerin kam ums Leben, als sie ihre gemeinsame kleine Tochter schützte.
Suche nach Überlebenden geht weiter
Mittlerweile sind mehr als 72 Stunden seit den Erdbeben vergangen, eine Zeitspanne, nach der die Chancen, noch Überlebende zu finden, deutlich sinken. Dennoch setzen Rettungskräfte ihre Suche fort. Neben zahlreichen Einheimischen zählen auch Touristen und ausländische Staatsbürger zu den Todesopfern.
Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Opfer in den kommenden Tagen weiter steigen könnte.