Tennis-Sensation: Lilli Tagger greift nach nächstem Meilenstein
Österreichs Tennis-Fans haben einen neuen Liebling: Mit ihrem beeindruckenden Auftaktsieg bei den Upper Austrian Ladies in Linz hat Lilli Tagger ein kräftiges Lebenszeichen gesetzt. Die 18-jährige Osttirolerin besiegte vor ausverkaufter Halle die ehemalige Weltranglisten-Zweite Paula Badosa und brach damit den „ÖTV-Bann“ in Linz nach 13 Jahren.
Top 100 und French Open im Visier
Für Lilli Tagger geht es in Linz um weit mehr als nur den Einzug in das Viertelfinale. Mit einem weiteren Erfolg könnte die 1,87 m große Athletin erstmals die Top 100 der Weltrangliste knacken. Damit wäre das „Fixticket“ für das Hauptfeld der French Open in Paris gelöst. „Natürlich haben wir uns dieses Ziel schon seit Längerem gesetzt, dass ich im Hauptfeld in Paris stehe“, erklärt Tagger ihre Ambitionen, auf einer Pressekonferenz anlässlich des Turniers.
Nächste Hürde: Ljudmila Samsonowa
Am Donnerstag wartet mit der Russin Ljudmila Samsonowa (WTA-21.) eine echte Standortbestimmung. Obwohl Tagger als Außenseiterin in die Partie geht, sieht ihr von Francesca Schiavone angeführtes Trainerteam Chancen. „Ihr Spiel ist aggressiv, eine sehr gute Spielerin. Ihr Aufschlag ist sehr gut, auf Sandplatz kenne ich sie noch nicht so genau“, analysiert Tagger ihre Kontrahentin vor dem Live-Match in ORF1.
Der Aufstieg der Lilli Tagger: „The sky is the limit“
Die Selbstverständlichkeit, mit der die Juniorinnen-Siegerin von Paris ihre Wildcards nutzt, ist verblüffend. Nach Siegen beim „Sunshine Double“ in Indian Wells und Miami setzt sie ihren Erfolgslauf nun in Linz fort. Tennis-Legende Barbara Schett-Eagle traut ihr Großes zu: Sie prognostiziert, dass Tagger eines Tages sogar ihren eigenen Rekord als Weltranglisten-Siebente übertreffen könnte. Tagger selbst bleibt bescheiden: „Ziele kann man sich nur setzen, wenn ich sie wirklich spüre.“
Zwischen Medienrummel und Selbstfindung
Trotz des rasant wachsenden Interesses bewahrt die 18-Jährige einen kühlen Kopf. Den Medienrummel empfindet sie als „nicht anstrengend, aber eigenartig“. In ihrem ersten vollen Jahr auf der Profi-Tour liegt der Fokus neben der Technik auch auf der mentalen Komponente: „Man muss sich selbst kennenlernen, wie man in gewissen Situationen ist. Es ist das Ziel, jeden Tag ein bisschen mehr über sich selbst rauszufinden.“