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Johanna Hiemer ist zweifache Mutter und zählt zur Weltspitze im Skibergsteigen.
Johanna Hiemer: Die gebürtige Steirerin trainiert flexibel, abgestimmt auf Familie und Leistungssport.
Johanna Hiemer: Die gebürtige Steirerin trainiert flexibel, abgestimmt auf Familie und Leistungssport.
APA-Images / EXPA / Johann Groder

Johanna Hiemer: Das ist ihr Beruf neben dem Spitzensport

19.02.2026 um 09:32, Yunus Emre Kurt
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Zweifache Mutter, Juristin und Medaillenhoffnung: Johanna Hiemer geht im Skibergsteigen ihren eigenen Weg, mit klarem Ziel Olympia 2026.

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Unkonventionell, fokussiert und beeindruckend konsequent: Johanna Hiemer zählt zu den spannendsten Persönlichkeiten im österreichischen Wintersport. Die Skibergsteigerin vereint Spitzensport und Familienleben auf eine Weise, die lange als kaum machbar galt. Ihr großes Ziel ist klar definiert: eine Medaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien.

Frühe Liebe zu den Bergen

Ihre Leidenschaft für den Bergsport wurde früh geweckt. Bereits mit sieben Jahren absolvierte Johanna gemeinsam mit ihren Eltern die Dachstein-Überquerung, eine der bekanntesten Skitouren Österreichs. Ein Erlebnis, das prägend war.

„Ich liebe die Natur und kann mich dadurch komplett fallen lassen“, sagt Hiemer über ihre Verbindung zu den Bergen. Geboren am 26. Februar 1995, aufgewachsen in Schladming in der Steiermark, ist sie mittlerweile im Allgäu in Füssen zu Hause. Ihre Spezialdisziplin im Skibergsteigen ist das „Individual“, die wohl anspruchsvollste Rennform mit Aufstiegen, Tragepassagen und Abfahrten.

Zwischen Weltcup und Wickeltasche

Was Johanna Hiemer besonders macht: Sie ist zweifache Mutter. Ihre Söhne Emil (2018) und Paul (2020) stehen im Mittelpunkt ihres Lebens. Spitzensport und Familie, für viele Athletinnen eine kaum zu vereinbarende Kombination. Doch Hiemer beweist das Gegenteil. Gemeinsam mit ihrem Mann, der ein Familienunternehmen mit Fitnesscentern führt, organisiert sie ihren Alltag so, dass Training und Familienleben funktionieren.

Statt starrer Trainingspläne setzt sie auf Flexibilität. Während andere Athletinnen minutiös jede Einheit planen, geht Hiemer gemeinsam mit ihrem Trainer einen individuellen Weg, angepasst an Kinder, Wettkämpfe und Regenerationsphasen. „Meine Familie hat immer Priorität“, betont sie in Interviews immer wieder. Gleichzeitig ist ihr Ehrgeiz ungebrochen.

Erfolge sprechen für sich

Sportlich hat sich Hiemer längst wieder in der Weltspitze etabliert. Zu ihren wichtigsten Erfolgen zählen:

  • Österreichische Meisterin im Individual (2017)
  • U23-WM-Bronze im Individual (2017)
  • Österreichische Staatsmeisterin Individual (2022)
  • Podestplatz bei den Vertical-Staatsmeisterschaften
  • Top-10-Plätze im Weltcup 2022

Seit 2022 ist sie offiziell Profi. Ihr Weg zurück an die internationale Spitze nach den Geburten ihrer Kinder gilt als bemerkenswert.

Juristin mit Olympia-Fokus

Neben ihrer Sportkarriere hat Hiemer auch ein Jurastudium abgeschlossen, ein weiteres Zeichen ihrer Disziplin. Zielstrebigkeit, Ausdauer und Organisationstalent prägen nicht nur ihr Training, sondern ihr gesamtes Leben.

Olympia 2026 ist dabei mehr als nur ein Traum. Mit der Aufnahme von Skibergsteigen ins olympische Programm rückt für sie ein Ziel in greifbare Nähe, auf das sie jahrelang hingearbeitet hat. „Es geht gleich wieder steil bergauf“, heißt es in ihrem Umfeld. Und tatsächlich wirkt es, als hätte Hiemer ihr sportliches Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.

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