Im Vergleich: So wenig cashen die Top-Stars der Frauen-EM

Die Summen klingen nur auf den ersten Blick viel: Selbst die absoluten Superstars des Frauenfußballs verdienen, verglichen mit den Männern, nur Peanuts. Hier sind die Top-Verdienerinnen der Frauen-EM.
Autor: Philipp Eitzinger, 04.07.2022 um 15:00 Uhr

425.000 Euro: Ada Hegerberg

Die Stürmerin, sechsmal Europacup-Siegerin mit Olympique Lyon, hat große Macht über den norwegischen Verband: Nach der verkorksten EM 2017 (Vorrunden-Aus ohne Torerfolg) gab sie bekannt: So lange der Verband nicht endlich mehr für den Frauenfußball tut, spielt sie nicht mehr für Norwegen. Viereinhalb Jahre später – auf die WM 2019 hatte Hegerberg tatsächlich verzichtet – war sie wieder zurück.

Mit ihrem Jahres-Salär von 425.000 Euro ist Hegerberg hinter der Australierin Sam Kerr (Chelsea) sowie den US-Amerikanerinnen Alex Morgan, Megan Rapinoe und Julie Ertz die Nummer fünf der Welt. Aber selbst bei Olympique Lyon – einem großen Klub, aber weit entfernt von den wirklich superreichen Vereinen – wäre sie mit ihrem Gehalt nur auf Platz 20 im Herren-Team. Dort verdient sogar der dritte Torhüter mehr als das doppelte Gehalt.

600.000 Euro: Marie-Antoinette Katoto

Neben Lyon (wo das Abwehr-Duo mit Wenide Renard und Griedge M'Bock-Bathy sowie die Flügelspielerinnen Amel Majri spielen und jeweils knapp 400.000 Euro pro Jahr verdienen sollen) zahlt in Frankreich aus Paris St. Germain vergleichsweise hohe Summen. Sturmspitze Marie-Antoinette Katoto konnte nur mit einer kräftigen Gehaltserhöhung davon überzeugt werden. Kolportiert wird ein Brutto-Gehalt von 600.000 Euro für die 23-Jährige – damit wäre sie die bestbezahlte Fußballerin in Europa.

250.000 Euro: Alexia Putellas und Lucy Bronze

Die Weltfußballerin des Jahres 2021 ist der Star des FC Barcelona und geht mit Spanien auf die Jagd nach dem Titel, beim katalonischen Großklub wird sie im kommenden Jahr Teamkollegin von Engaldns Star-Rechtsverteidigerin Lucy Bronze. Putellas nimmt als bisherige Top-Verdienerin rund 250.000 Euro pro Jahr mit nach Hause, Bronze wurde bei Manchester City ein ähnliches Gehalt nachgesagt – also wird sie wohl auch in Barcelona nicht weniger verdienen.

220.000 Euro: Pernille Harder

Ein Grund, weshalb die deutsche Frauen-Liga ihre einstige Spitzenposition an Frankreich, England und auch Spanien verloren hat, sind die vergleichsweise niedrigen Gehälter. Dänemarks Starspielerin Pernille Harder wechselte 2020 vom deutschen Dauer-Meister Wolfsburg zu Chelsea, wo sie vermutlich annähernd das doppelte verdient als beim VW-Klub, der selbst 2020 noch im Europacup-Finale gestanden ist.

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber Gehälter über 100.000 Euro pro Jahr sollen in Deutschland die absolute Ausnahme sein. Selbst Leistungsträgerinnen bei den beiden Top-Klubs Wolfsburg und Bayern müssen sich mit rund 8.000 Euro im Monat begnügen. Das ist im Vergleich zu normalen Arbeitnehmerinnen natürlich ein fürstliches Gehalt – aber David Alaba streift bei Real Madrid rund 50.000 Euro ein.

Pro Tag, wohlgemerkt.

1.700 Top-Spielerinnen = 1 Neymar

Einen noch eindrücklicheren Vergleich stellte der Global Sports Salaries Survey an: Die 1.700 Spielerinnen der sieben reichsten Frauen-Liga (Frankreich, England, Deutschland, Schweden, USA, Australien und Mexiko) verdienen zusammen knapp 37 Millionen Euro.

Das ist so viel wie Neymar alleine überwiesen wird.