Frankreich – Marokko: Deschamps packt über Mbappé aus
Frankreich darf weiter vom dritten WM-Titel der Geschichte träumen. Nach dem 2:0-Erfolg gegen Marokko steht die "Équipe Tricolore" im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026. Trainer Didier Deschamps sieht den Erfolg jedoch nicht nur in der Qualität seiner Mannschaft begründet, sondern vor allem in der Entwicklung seiner Führungsarbeit.
Im Interview mit SPORT BILD spricht der langjährige Nationaltrainer über den Wandel im modernen Fußball, die Rolle von Kylian Mbappé und seinen bevorstehenden Abschied nach dem Turnier.
Das Erfolgsrezept von Didier Deschamps
Seit mittlerweile 14 Jahren steht Didier Deschamps an der Seitenlinie der französischen Nationalmannschaft. Für den 57-Jährigen ist klar, dass sich nicht nur der Fußball verändert hat, sondern auch die Art, wie Trainer mit ihren Spielern umgehen müssen.
Während früher klare Ansagen ohne große Diskussion akzeptiert wurden, erwarten Spieler heute deutlich mehr Erklärungen. Gerade junge Profis wollten Entscheidungen nachvollziehen können. Deshalb setzt Deschamps auf Kommunikation statt auf autoritäre Führung.
Besonders wichtig sei ihm, die gesamte Mannschaft mitzunehmen. Auch Reservespieler müssten das Gefühl haben, ein wichtiger Teil des Teams zu sein. Nur so könne man während eines langen Turniers ein funktionierendes Mannschaftsgefüge erhalten.
Lob für Kapitän Kylian Mbappé
Einen großen Anteil am bisherigen WM-Erfolg schreibt Deschamps seinem Kapitän Kylian Mbappé zu. Der Superstar habe sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt und sei inzwischen ein echter Anführer.
Mbappé übernehme Verantwortung, nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Als Kapitän spreche er längst nicht mehr nur für sich selbst, sondern für die gesamte Mannschaft. Diese Entwicklung beeindrucke den Nationaltrainer besonders.
Auch Bayern-Star Michael Olise erhält großes Lob. Deschamps bezeichnet den Offensivspieler als wichtige Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff und hebt dessen Entwicklung seit dem Wechsel nach München hervor.
So sieht seine Zukunft aus
Unabhängig vom Ausgang der Weltmeisterschaft wird Didier Deschamps sein Amt nach dem Turnier niederlegen. Ob er anschließend wieder einen Klub übernimmt oder eine Nationalmannschaft trainiert, lässt der Franzose offen.
Derzeit denke er ausschließlich an die französische Auswahl. Erst nach der WM werde er entscheiden, wie es für ihn weitergeht. Die Möglichkeit einer Pause schließt der Weltmeister von 1998 und 2018 dabei ausdrücklich nicht aus.
Zunächst gilt der volle Fokus jedoch dem Halbfinale. Mit einem weiteren Sieg würde Frankreich dem dritten WM-Titel der Verbandsgeschichte einen entscheidenden Schritt näherkommen.