Kühbauer-Eskalation in Graz: „Zwei Holzaugen!“
Emotionaler Höhepunkt in der 28. Runde der Admiral Bundesliga: Der LASK erkämpft sich beim Tabellenführer Sturm Graz ein heroisches 1:1-Unentschieden. Doch das sportliche Ergebnis rückte nach zwei Platzverweisen gegen die Linzer und einer hitzigen Atmosphäre an der Seitenlinie fast in den Hintergrund. Dietmar Kühbauer sparte nach dem Schlusspfiff nicht mit Kritik an der Spielleitung.
Spielverlauf: Über 70 Minuten in Unterzahl
Das Spiel Sturm gegen LASK war von Beginn an von hoher Intensität geprägt. Bereits in der 18. Minute sah Joao Tornich Gelb-Rot, in der 67. Minute folgte Samuel Adeniran vorzeitig in die Kabine. Trotz der doppelten Unterzahl hielten die Linzer defensiv stand, nachdem Moses Usor (52.) den LASK zwischenzeitlich sogar in Führung gebracht hatte. Den Ausgleich für den SK Sturm erzielte Otar Kiteishvili per Elfmeter nach VAR-Check (78.).
Kühbauer-Kritik: „Haben in Österreich den Basketball-Gedanken“
LASK-Trainer Dietmar Kühbauer, bekannt für seine Emotionalität, war mit der Regelauslegung unzufrieden. Während er die Platzverweise als „klar richtig“ einstufte, kritisiert er im Sky-Interview nach dem Spiel die generelle kleinliche Linie in der österreichischen Bundesliga. „Wir haben in Österreich den Basketball-Gedanken. Bei einer Berührung ist es sofort ein Foul. [...] Wir haben in den letzten Spielen immer die Karten bekommen und der Gegner nicht, das kann man überdenken.“
Auch zum Elfmeter-Ärger des vorangegangenen Duells fand er deutliche Worte: „Das sehe ich auch, wenn man mir zwei Holzaugen einsetzt. Diese Entscheidung war lächerlich.“
Tabelle & Titelrennen: LASK bleibt Sturm auf den Fersen
In der Bundesliga-Tabelle bleibt es nach diesem Sturm-LASK-Krimi extrem eng. Sturm Graz verteidigt mit 29 Punkten die Tabellenführung, doch der Vorsprung auf Salzburg (28) und den LASK (27) ist minimal. Vier Runden vor Schluss ist in der Meistergruppe noch alles möglich.
Interner Fokus: Schläge oder Lob für die Mannschaft?
Trotz des Ärgers über die Unparteiischen zeigte sich Kühbauer stolz auf die Moral seiner Truppe. Auf die Frage, wie er mit den Spielern nach den Ausschlüssen umgehe, antwortet er auf der Pressekonferenz mit seinem typischen Schmäh: „Folter wahrscheinlich. Das erste: Schläge. [...] Nein, ich werde nie öffentlich über Spieler reden. Diese sind mir weitaus wichtiger als ihr (die Medien).“
Das nächste Sturm-Spiel wird zeigen, ob die Grazer ihre Tabellenführung behaupten können oder ob der LASK den Druck weiter erhöht.