Nach DFB-Pleite: Weltpresse kennt kein Erbarmen
Inhalt
- Frankreich spricht von einem enttäuschenden Auftritt
- England feiert Ecuador
- Neuer gerät in den Fokus
- Ecuador feiert historischen Triumph
- Auch im deutschsprachigen Raum gibt es Kritik
Die überraschende 1:2-Niederlage Deutschlands gegen Ecuador beschäftigt nach dem dritten Gruppenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft Medien rund um den Globus. Während Ecuador für seinen historischen Erfolg gefeiert wird, fällt das Urteil über die deutsche Nationalmannschaft deutlich kritischer aus.
Vor allem die Leistung des DFB-Teams und der Patzer von Torhüter Manuel Neuer sorgen international für Schlagzeilen.
Frankreich spricht von einem enttäuschenden Auftritt
Besonders deutlich wird die französische Presse. Die Sportzeitung „L'Équipe“ bezeichnet die Leistung Deutschlands als „sehr enttäuschend“ und schreibt, das Spiel sei eines, „das man schnell vergessen sollte“.
Auch „Le Figaro“ hebt vor allem den Auftritt Ecuadors hervor und spricht von einer „XXL-Leistung“, mit der die Südamerikaner das Spiel gegen Deutschland noch drehen konnten. „Le Parisien“ lobt den Außenseiter ebenfalls und bezeichnet den Erfolg als echtes Kunststück.
England feiert Ecuador
Auch auf der Insel steht Ecuador im Mittelpunkt. Die „Daily Mail“ spricht von einem historischen Erfolg, der die WM-Hoffnungen des Teams neu entfacht habe. Gleichzeitig verweist das Blatt auf den folgenschweren Fehler von Manuel Neuer, der Deutschlands lange Siegesserie beendet habe. Der „Telegraph“ titelt schlicht: „Ecuador schockt Deutschland.“ Die „Sun“ hebt hervor, dass Deutschland damit auch eine historische Bestmarke verpasst habe.
Neuer gerät in den Fokus
In Italien richten sich die Schlagzeilen vor allem auf den deutschen Schlussmann. Die „Gazzetta dello Sport“ schreibt von einem verdienten Sieg Ecuadors und spricht gleichzeitig von großer Unsicherheit bei Manuel Neuer. Der „Corriere dello Sport“ nennt den Erfolg sogar eine Sensation und feiert Ecuador als eines der großen Märchen dieser Weltmeisterschaft.
Auch in Spanien fällt das Urteil eindeutig aus. Die Zeitung „Marca“ sieht eine deutsche Mannschaft, die im Verlauf des Turniers immer stärker abbaut. Für „AS“ war Ecuador der „heldenhafte Sieger“, während Deutschland als „desolate Mannschaft“ beschrieben wird.
Ecuador feiert historischen Triumph
Naturgemäß ist die Begeisterung in Ecuador besonders groß. Die Zeitung „El Universal“ spricht von einem historischen Erfolg gegen Deutschland und feiert den Einzug ins Sechzehntelfinale. Auch „El Mercurio“ würdigt die Leistung der Nationalmannschaft und bezeichnet das Spiel als eines der wichtigsten Kapitel der Fußballgeschichte des Landes.
Aus Argentinien kommen ebenfalls lobende Worte für Ecuador. „La Nación“ schreibt, das Team habe „gegen alle Widrigkeiten Geschichte geschrieben“.
Auch im deutschsprachigen Raum gibt es Kritik
Die „Kronen Zeitung“ spricht von einer WM-Überraschung und einer schwachen deutschen Mannschaft.
Die Schweizer Zeitung „Blick“ sieht trotz des Gruppensiegs zahlreiche Baustellen beim DFB-Team. Genannt werden unter anderem die Diskussion um Manuel Neuer sowie ein gereizt wirkender Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Auch wenn die internationale Presse mit Deutschland hart ins Gericht geht, bleibt ein wichtiger Fakt bestehen: Das DFB-Team hat die Gruppenphase dennoch als Erster abgeschlossen und steht im Sechzehntelfinale.