Warum Udinese? Darum geht Alaba wirklich nach Italien
- Alaba hatte offenbar mehrere Möglichkeiten
- Darum wurde es Udinese
- Udinese braucht Alaba dringend
- Näher an der Familie und zurück zum ÖFB?
Fast drei Monate war David Alaba ohne Verein. Nun unterschreibt der ÖFB-Kapitän ausgerechnet bei Udinese Calcio. Musste der 34-Jährige nehmen, was noch übrig war? Ganz so einfach war es dann doch nicht.
Alaba hatte offenbar mehrere Möglichkeiten
Nach seinem Abschied von Real Madrid zog sich die Vereinssuche über den gesamten Sommer. Alaba wurde mit Klubs in Europa, den USA und Saudi-Arabien in Verbindung gebracht. Union Berlin, Inter Miami, Club América und Al-Sadd waren nur einige der prominenten Vereine, die sich um den Wiener bemüht haben sollen.
In Italien, Spanien und anderen Ligen weltweit gab es dem Vernehmen nach Interesse an dem Austro-Verteidiger. Grundsätzlich soll es Alaba im Transfer-Poker also nicht an Möglichkeiten gemangelt haben. Vielmehr soll lange kein Gesamtpaket dabei gewesen sein, das für ihn sportlich und persönlich eine "runde G'schicht" war.
Darum wurde es Udinese
Dass Alaba nach Top-Clubs wie FC Bayern München und Real Madrid jetzt ausgerechnet nach Udine geht, hat nicht nur viele eingefleischte Fans überrascht. Sein neuer Klub wurde vergangene Saison nur Zehnter wurde und grundelt aktuell auf Rang 13 der Serie A herum. International spielt Udinese in dieser Saison nicht.
Dafür bekommt Alaba etwas, das für die nächste Phase seiner Karriere entscheidend sein könnte: eine wichtige sportliche Rolle. Trainer Kosta Runjaic hat ihm bereits vor dem Wechsel konkrete Pläne vorgelegt. „Der Trainer hat mir ganz klar gesagt, welche Rolle er für mich vorgesehen hat und was er mit mir gemeinsam erreichen will“, kommentiert Alaba seinen Wechsel.
Der wesentlich kleinere Klub bietet ihm also etwas, das nach seiner schwierigen letzten Phase bei Real besonders wichtig werden könnte: Spielzeit, Verantwortung und eine zentrale Rolle.
Udinese braucht Alaba dringend
Udinese hat aktuell akute Probleme in der Defensive. In den ersten fünf Meisterschaftsrunden kassierte die Mannschaft elf Gegentore. Mit Oumar Solet und Matteo Palma fielen zuletzt zwei Verteidiger verletzt aus.
Alaba soll als Star-Verteidiger zentraler Bestandteil der Mannschaft werden. Für den 34-Jährigen bietet sich damit vor allem auch die Möglichkeit, nach monatelanger Pause wieder regelmäßig auf höchstem europäischen Niveau zu spielen. „Ich komme definitiv nicht hierher, um meine Karriere zu beenden“, stellt Alaba auch gleich klar. Er sei noch zu ehrgeizig und wolle in der Serie A Woche für Woche Höchstleistungen bringen.
Näher an der Familie und zurück zum ÖFB?
Auch abseits des Klubfußballs könnte der Wechsel nach Udine für Alaba Vorteile bringen. Norditalien liegt deutlich näher an Österreich und München, wo seine Frau lebt. Gleichzeitig dürfte der Neustart in der Serie A den Weg zurück ins Nationalteam ebnen. Ralf Rangnick und Alaba hatten vereinbart, auf eine Nominierung für die aktuellen Nations-League-Spiele zu verzichten, damit sich der ÖFB-Kapitän zunächst auf seine Situation im Klub konzentrieren kann. Gelingt ihm bei Udinese der Sprung zurück zu regelmäßigen Einsätzen, könnte auch die Rückkehr ins ÖFB-Team näher rücken. Ein Comeback wäre bereits im November beim Heimspiel gegen Irland möglich.