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David Alaba und Ralf Rangnick während einer Pressekonferenz des ÖFB-Nationalteams während der WM 2026
David Alabas Zukunft im ÖFB-Nationalteam ist nach seiner Nichtnominierung ungeklärt.
David Alabas Zukunft im ÖFB-Nationalteam ist nach seiner Nichtnominierung ungeklärt.
APA-Images / REUTERS / Matthew Childs

David Alaba im Nationalteam: Unrühmliches Ende droht

15.09.2026 um 14:14, Marcel Toifl
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David Alabas Zukunft im ÖFB-Nationalteam ist weiterhin ungewiss. Für die anstehenden Nations-League-Duelle wurde er nicht nominiert.

Das österreichische Fußball-Nationalteam startet in eine Nations-League-Saison, die wie der Beginn einer neuen Zeitrechnung wirkt. Nach dem Rücktritt von Marko Arnautovic und der temporären ÖFB-Pause von Marcel Sabitzer verzichtet Teamchef Ralf Rangnick nun auch auf David Alaba. Der 117-fache Internationale und langjährige Kapitän befindet sich nach dem Auslaufen seines Vertrags bei Real Madrid weiterhin auf Vereinssuche. Doch hinter der aktuellen Nichtnominierung steht eine grundlegendere Frage: War das WM-Sechzehntelfinale im Juli bereits das letzte Länderspiel in der glorreichen Karriere des 34-jährigen Wiener Defensivstars? Seine Zukunft im ÖFB ist derzeit ungeklärt.

Nichtnominierung mit Signalwirkung: Das Fehlen des Kapitäns

Dass David Alaba nicht im aktuellen Aufgebot des ÖFB-Teams auftaucht, kommt auf den ersten Blick keineswegs überraschend. Sein bisher letztes Pflichtspiel bestritt der Abwehrchef Anfang Juli bei der 0:3-Niederlage im WM-Achtelfinale gegen Spanien. Seit dem Vertragsende bei den „Königlichen“ in Madrid fehlt dem Rekord-Fußballer nicht nur der tägliche Rhythmus im Mannschaftstraining, sondern jegliche Wettkampfpraxis. Dennoch ist die Absage für die kommenden Nations-League-Partien mehr als eine bloße Unterbrechung. Rangnick will in Zukunft nur noch auf "matchfitte" Spieler setzen.

Klartext von Rangnick: „Bauchgefühl“ entscheidet gegen das Risiko

Auf einer Pressekonferenz in Wien erläutert Teamchef Ralf Rangnick die Beweggründe für den Verzicht auf David Alaba. Die Entscheidung sei nach regelmäßigen Telefonaten am Wochenende gefallen, um Alaba in einer sensiblen Phase vor physischer Überlastung zu schützen. Ein Einsatz im extrem fordernden Teamtraining hätte im ungünstigsten Fall schwerwiegende Folgen haben können: „Wir haben gemeinsam diskutiert, ob es nicht trotzdem Sinn macht, ihn dazuzunehmen. Mein Bauchgefühl hat dann aber gesagt, es macht weniger Sinn. Man stelle sich vor, er hätte sich bei uns verletzt, dann hätten alle gesagt: 'Seid ihr deppert?!' Es macht mehr Sinn, wenn er an seiner eigenen Fitness arbeitet.“ 

Rangnick stellt zudem klar, dass die Zwangspause keineswegs nach dem aktuellen Lehrgang enden muss. Auch für die Länderspiele im November ist ein Fehlen Alabas ein reales Szenario. Die gesamte Herbstphase der Nations League könnte somit ohne den langjährigen Kapitän über die Bühne gehen.

Akte Verletzungen: Die physischen Spuren im Alaba-Körper

Ein zentraler Faktor in der Debatte um Alabas Zukunftsfähigkeit ist seine medizinische Akte der vergangenen drei Jahre. Der Körper des 34-Jährigen zollte der jahrelangen Höchstbelastung auf europäischem Top-Niveau spürbar Tribut. Nach dem verhängnisvollen Kreuzbandriss im linken Knie im Dezember 2023, der ihn zu einer über einjährigen Pause zwang und die EURO 2024 kostete, folgten immer wieder Rückschläge.

Die Chronologie der gesundheitlichen Einschränkungen verdeutlicht die Problematik:

  • Dezember 2023 – Januar 2025: Kreuzbandriss im linken Knie (rund 384 Tage Pause, verpasste EM 2024 als aktiver Spieler).
  • Juni 2025: Muskel- und Oberschenkelverletzung kurz nach dem Comeback bei Real Madrid.
  • März 2026: Wadenblessuren und Zerrungen im Saisonendspurt der spanischen La Liga.
  • Seit Juli 2026: Fehlende Matchpraxis und individuelle Trainingsgestaltung im Rahmen der Klubsuche.

Im Fortgeschrittenen Alter von 34 Jahren benötigt der Organismus nach langwierigen Blessuren deutlich mehr Zeit, um das für Länderspiele erforderliche Leistungsniveau aufzubauen.

Rangnicks Leistungsprinzip: Warum ohne Klub die ÖFB-Tür zu bleibt

Ralf Rangnick verfolgt von jeher ein kompromissloses Leistungsprinzip. Wer im Nationalteam auflaufen will, muss im Verein regelmäßig Spielminuten sammeln. Je länger Alaba ohne Anstellung und Pflichtspiel-Rhythmus bleibt, desto weiter entfernt er sich von den Anforderungen des ÖFB-Kaders. „Weil eines ist auch klar: Mit jeder Woche, die er nicht spielt, mit jedem Monat, wird es nachher wieder länger dauern, bis er wirklich drin ist. Wir werden die Situation im Hinblick auf die Qualifikation neu bewerten. Das hängt dann ein Stück weit davon ab, wie oft, wie regelmäßig, wann und wo er spielt“, so Rangnick auf der Pressekonferenz weiter.

Eine Neubewertung stellt der Teamchef erst für den Frühjahrs-Auftakt im März 2027 in Aussicht. Voraussetzung dafür ist jedoch eine zeitnahe Unterschrift bei einem neuen Arbeitgeber sowie eine fehlerfreie Rückkehr in den Spielbetrieb.

Taktik und Physis: Wenn die Rangnick-Doktrin das Alter einholt

Neben der reinen Fitness stellt Rangnicks taktische Ausrichtung eine zusätzliche Hürde dar. Der Spielstil des Deutschen basiert auf aggressivem Gegenpressing, extrem hoher Umschaltintensität und kompromissloser Zweikampfführung – im Mannschaftsjargon prägnant als „Scheppern“ bezeichnet. Während Alaba seine absoluten Qualitäten im antizipativen Stellungsspiel und im herausragenden Spielaufbau besitzt, fordert das Rangnick-System maximale Physis und Sprintstärke.

Ohne absolute Top-Auszahlung der körperlichen Werte birgt diese Spielweise für einen verletzungsanfälligen Routinier ein enorm hohes Re-Verletzungsrisiko. Zudem stellt sich die Frage, in welcher Liga Alaba seine Karriere fortsetzt: Ein Wechsel in eine physisch weniger fordernde Liga könnte seine Chancen auf eine Rückkehr in den ÖFB-Startkader anders beeinflussen als der Verbleib im europäischen Spitzenfußball.

Der Kronprinzen-Druck: Hohe Konkurrenz in der Innenverteidigung

Ein weiterer Grund, weshalb eine Ära ohne Alaba in Zukunft denkbar wird, liegt in der enorm gestiegenen Leistungsdichte im Abwehrzentrum. Während der ÖFB über Jahre hinweg von der Ausnahmeklasse Alabas abhängig war, stehen heute etablierte und aufstrebende Kräfte bereit, die regelmäßig in europäischen Top-Ligen unter Beweis stellen, was sie leisten können.

In der Defensive buhlen mehrere Akteure um die Stammplätze:

  1. Etablierte Stützen: Kevin Danso, Anel Affengruber und Felix Bacher bringen internationale Härte und ständige Spielpraxis mit.
  2. Junge Herausforderer: Leopold Querfeld und Ifeanyi Ndukwe verkörpern genau jene Physis und Dynamik, die perfekt zur Rangnick-Doktrin passt.

Hierarchie-Umbruch: Eine neue Generation übernimmt das Ruder

Mit den Abgängen beziehungsweise Ausfällen von Arnautovic, Sabitzer und Alaba bricht dem ÖFB-Team das Führungstrio der vergangenen Dekade weg. Rangnick sieht in dieser Entwicklung jedoch nicht nur ein Verlustgeschäft, sondern auch eine Chance für den Reifeprozess der Mannschaft: „Das verändert die Führungshierarchie innerhalb der Mannschaft. Das muss aber nicht schlecht sein.“ 
 

Akteure wie Konrad Laimer sind gefordert, endgültig in die Führungsrollen hineinzuwachsen. Sollte das Gefüge ohne die routinierten Säulen harmonieren und Resultate liefern, sinkt der sportliche Zwang zur Rückkehr Alabas weiter.

Dennoch bleibt ein komplettes Karriereende im ÖFB-Trikot vorerst unbestätigt. Sollte David Alaba einen geeigneten Verein finden, verletzungsfrei bleiben und zu alter Form auflaufen, könnte ihm im Frühjahr dank seiner unvergleichlichen Routine und Leadership-Qualitäten noch einmal eine Schlüsselrolle zufallen – sei es als Anführer auf dem Platz oder als erfahrener Mentor im Kader.

FAQ: Die Zukunft von David Alaba im ÖFB-Nationalteam

Warum fehlt David Alaba im aktuellen ÖFB-Kader?

David Alaba befindet sich nach seinem Vertragsende bei Real Madrid auf Klubsuche und hat seit Juli 2026 kein Pflichtspiel bestritten. Teamchef Ralf Rangnick verzichtete in Absprache mit ihm auf eine Nominierung, um Verletzungsrisiken im intensiven Teamtraining zu vermeiden.

Hat David Alaba seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt?

Nein, ein Rücktritt ist nicht erfolgt. Rangnick hält die Tür für eine Rückkehr ab März 2027 offen, sofern Alaba einen neuen Verein findet und regelmäßig Spielpraxis sammelt.

Wie viele Länderspiele hat Alaba bisher für Österreich absolviert?

David Alaba bringt es bislang auf 117 Einsätze für die österreichische Nationalmannschaft.

Welche Alternativen gibt es in der ÖFB-Innenverteidigung?

Auf der Innenverteidiger-Position stehen neben etablierten Kräften wie Kevin Danso, David Affengruber und Felix Bacher auch junge Talente wie Leopold Querfeld und Ifeanyi Ndukwe bereit.

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