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Josef Pröll spricht auf einer ÖFB-Pressekonferenz
ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll erklärt auf einer Pressekonferenz die Gründe für die Trennung von Sportdirektor Peter Schöttel.
ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll erklärt auf einer Pressekonferenz die Gründe für die Trennung von Sportdirektor Peter Schöttel.
APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH

ÖFB-Chef Pröll verrät: Darum musste Schöttel gehen

14.09.2026 um 14:19, Marcel Toifl
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Nach neun Jahren endet die Ära von Peter Schöttel als ÖFB-Sportdirektor. Aufsichtsratschef Josef Pröll erklärt die Hintergründe der Entscheidung.

Nach knapp neun Jahren endet die Ära von Peter Schöttel als Sportdirektor des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB). Was am Freitag im Rahmen einer Aussendung bekannt gegeben wurde, wurde von ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll im Rahmen einer Pressekonferenz genauer erläutert. Die Trennung sei im Aufsichtsrat einstimmig erfolgt. Grund dafür seien unterschiedliche Auffassungen über die strategische Zukunft des Verbandes sowie der Wunsch nach neuer Dynamik.

Neue Impulse und Kritik an proaktiver Führung

In der Pressekonferenz stellt Aufsichtsratschef Josef Pröll klar, dass die Entscheidung trotz der kollegialen Zusammenarbeit notwendig gewesen sei. Ausschlaggebend für das Aus Schöttels waren vor allem Differenzen bezüglich der proaktiven Weiterentwicklung des heimischen Fußballs und der internen Kommunikation mit den Landesverbänden sowie der Österreichischen Fußball-Bundesliga.

Zudem wolle man bei der künftigen Besetzung von Schlüsselpositionen neue Wege gehen und Abhängigkeiten von bestehenden Netzwerken vermeiden. Pröll betont auf der Pressekonferenz: „Ich halte nichts mehr von Netzwerken und anderen Dingen, Zurufe zu bekommen, wer sich etwas verdient hat oder nicht. Das proaktive Einbringen war auch ein Thema, das zu dieser Entscheidung geführt hat. Er hat absolut zufriedenstellend gearbeitet, aber es braucht neue Impulse.“

Neun erfolgreiche Jahre: Die Bilanz unter Schöttel

Peter Schöttel trat das Amt des ÖFB-Sportdirektors im Herbst 2017 an. In seine neunjährige Amtszeit fielen zahlreiche historische Erfolge für den österreichischen Fußball. Das A-Nationalteam der Herren qualifizierte sich zweimal für Europameisterschaften und feierte die erste Qualifikation für eine Weltmeisterschaft seit 28 Jahren.

Auch in den übrigen Verbandssparten hinterlässt Schöttel eine erfolgreiche Bilanz:

  • Frauen-Nationalteam: EM-Teilnahme und Vorstoß bis ins Viertelfinale der Europameisterschaft 2022 in England.
  • Nachwuchsauswahlen: Mehrere Qualifikationen für EM- und WM-Endrunden, gekrönt vom Einzug des U17-Nationalteams ins WM-Finale im Jahr 2025.
  • Strukturelle Reformen: Neuaufstellung der Direktion Sport sowie umfassende Reformen in der Talenteförderung und im Nachwuchsfußball.

Schöttel selbst nahm die Entscheidung gefasst auf und bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Direktion Sport für die langjährige und gute Zusammenarbeit.

Zeitplan für die Nachfolge: Entscheidung im vierten Quartal

Hinsichtlich des Ablaufs der Veröffentlichung übte Pröll Selbstkritik: Dass die Information über die Trennung bereits einen Tag vor der offiziellen Sitzung an die Öffentlichkeit gelangte, sei „nicht die feine Englische“ gewesen.

Für die Regelung der Nachfolge hat der Aufsichtsrat ein klares Anforderungsprofil definiert. Potenzielle Kandidaten sollen systematisch gescreent werden, um den optimalen Nachfolger für die strategische Ausrichtung zu finden. Eine Entscheidung soll im vierten Quartal 2026 bekanntgegeben werden. Als potenzielle Kandidaten gelten unter anderem Markus Katzer und Sebastian Prödl.

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