Politischer WM-Eklat: Argentinien sorgt für Wirbel
Inhalt
- Argentinische Fußballnationalmannschaft sorgt nach WM-Halbfinale für Eklat
- Falkland-Banner bringt argentinische Fußballnationalmannschaft in Bedrängnis
- Trainer wollte Politik aus dem Stadion heraushalten
- FIFA könnte gegen argentinische Fußballnationalmannschaft ermitteln
- Lionel Messi führt Argentinien ins WM-Finale
Argentinische Fußballnationalmannschaft: Die Argentinier stehen nach dem dramatischen Einzug ins WM-Finale nicht nur wegen ihres spektakulären Comebacks gegen England im Mittelpunkt. Statt ausschließlich über Lionel Messi und den Finaleinzug zu sprechen, sorgt ein politisches Banner nach dem Schlusspfiff weltweit für Wirbel. Jetzt könnte der argentinischen Fußballnationalmannschaft sogar Ärger mit der FIFA drohen.
Argentinische Fußballnationalmannschaft sorgt nach WM-Halbfinale für Eklat
Der Jubel kannte keine Grenzen. Nach dem dramatischen 2:1-Erfolg gegen England lagen sich die Spieler der argentinischen Fußballnationalmannschaft in den Armen. Lionel Messi hatte sein Team mit zwei Vorlagen einmal mehr ins WM-Finale geführt.
Doch nur Augenblicke später richteten sich alle Kameras auf eine ganz andere Szene. Die Nationalspieler Giovani Lo Celso und Lisandro Martínez hielten auf dem Rasen ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ – auf Deutsch: „Die Malwinen sind argentinisch.“
Aus dem ausgelassenen WM-Jubel wurde innerhalb weniger Sekunden ein politischer Eklat.
Falkland-Banner bringt argentinische Fußballnationalmannschaft in Bedrängnis
Mit „Malvinas“ bezeichnet Argentinien die Falklandinseln, die seit 1833 von Großbritannien verwaltet werden, von Argentinien jedoch bis heute beansprucht werden.
Die Botschaft erinnert unmittelbar an den Falklandkrieg von 1982, bei dem rund 900 bis 1.000 Menschen ums Leben kamen. Bis heute sorgt der Konflikt zwischen beiden Ländern für politische Spannungen – und genau diese erreichten nun auch die Fußball-Weltmeisterschaft.
Trainer wollte Politik aus dem Stadion heraushalten
Dabei hatte Nationaltrainer Lionel Scaloni noch vor dem Anpfiff eindringlich betont, dass Fußball und Politik nicht miteinander vermischt werden sollten. Das Duell gegen England sei nichts anderes als ein Fußballspiel.
Nach dem Schlusspfiff setzten einige Spieler der argentinischen Fußballnationalmannschaft jedoch ein völlig anderes Zeichen.
Mittelfeldspieler Leandro Paredes verteidigte die Aktion. Das Banner solle das Land und jene Menschen repräsentieren, die unter diesem traurigen Kapitel der Geschichte gelitten hätten.
Bereits vor dem Halbfinale hatte Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel mit scharfen Aussagen über Großbritannien zusätzlich für Brisanz gesorgt.
FIFA könnte gegen argentinische Fußballnationalmannschaft ermitteln
Jetzt könnte der Jubel noch ein unangenehmes Nachspiel haben. Die FIFA untersagt bei ihren Wettbewerben politische Botschaften auf Bannern oder Transparenten. Sollte der Weltverband die Aktion als Regelverstoß werten, könnte gegen den argentinischen Verband ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden.
Eine offizielle Entscheidung steht bislang noch aus. Bereits 2014 musste der argentinische Verband wegen eines ähnlichen Malwinen-Banners eine Geldstrafe bezahlen.
Damit richtet sich der Blick vor dem WM-Finale gegen Spanien nicht nur auf den Kampf um den Titel, sondern auch auf die Frage, ob die argentinische Fußballnationalmannschaft noch vor dem Endspiel Post von der FIFA erhält.
Lionel Messi führt Argentinien ins WM-Finale
Fast wäre die Diskussion um das Banner gar nicht entstanden. England führte bis kurz vor Schluss mit 1:0 und stand bereits mit einem Bein im Finale.
Doch dann schlug die argentinische Fußballnationalmannschaft eiskalt zurück. Lionel Messi bereitete zunächst den Ausgleich durch Enzo Fernández vor, ehe Lautaro Martínez in der Nachspielzeit den umjubelten 2:1-Siegtreffer erzielte.
Innerhalb weniger Minuten verwandelte Argentinien eine drohende Niederlage in einen historischen Finaleinzug. Statt ausschließlich über das spektakuläre Comeback zu sprechen, diskutiert die Fußballwelt nun aber vor allem über das umstrittene Falkland-Banner und mögliche Konsequenzen der FIFA.