"Unüberlegte Aussagen": Lugner äußert sich zu NS-Vorwürfen
Nach den bekannt gewordenen Ermittlungen wegen des Verdachts auf NS-Wiederbetätigung hat sich der Wiener FPÖ-Gemeinderat Leo Lugner nun erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Auf der Social-Media-Plattform X veröffentlichte der Politiker eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen und der vereinbarten Diversion.
Darin drückt Lugner sein Bedauern über frühere Chat-Nachrichten aus und kündigt an, die von der Staatsanwaltschaft auferlegten 160 Sozialstunden gemeinnütziger Arbeit vollumfänglich abzuleisten.
Statement auf X: Eiernockerl-Sager und Entschuldigung
In seinem Beitrag nennt Lugner konkrete Details, die im Rahmen der Ermittlungen ausgewertet wurden. So schreibt er: "Vor neun Jahren habe ich in einem privaten Chat unüberlegte Aussagen gemacht – etwa die Anspielung auf Eiernockerl am 20. April."
Der Mandatsträger bereut diese Äußerungen rückblickend deutlich: Solche Aussagen würde er heute keinesfalls wiederholen.
160 Sozialstunden und Bitte um Entschuldigung für frühere Chat-Nachrichten
Vor neun Jahren habe ich in einem privaten Chat unüberlegte Aussagen gemacht – etwa die Anspielung auf Eiernockerl am 20. April. Solche Äußerungen würde ich heute keinesfalls wiederholen. Sie hätten…— Leo Lugner (@LeoLugner) September 1, 2026
160 Sozialstunden und klare Distanzierung
Lugner bestätigt zudem die von der Staatsanwaltschaft Wien angebotene Diversion. Im Rahmen dieser Vereinbarung soll der FPÖ-Politiker laut eigenen Angaben 160 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, um das Verfahren ohne formale Verurteilung abzuschließen.
Zugleich bemüht sich der Wiener Landtagsabgeordnete um eine Abgrenzung zur rechtsextremen Ideologie. Ihm sei es wichtig zu betonen, dass er die Ideologie des Nationalsozialismus sowie die Verbrechen des NS-Regimes aufs Schärfste verurteile. Im Bericht des Standard, der zur Öffentlichmachung der Ermittlungen führte, heißt es, Lugner gelte "innerhalb der FPÖ als stramm rechts".
Hintergrund der Diversion und Reaktionen
Die Ermittlungen gegen den FPÖ-Politiker hatten im Jahr 2022 begonnen und wurden im Zuge von Recherchen über Verbindungen zwischen der Freiheitlichen Jugend und den Identitären öffentlich. Nach Hausdurchsuchungen und Chat-Auswertungen kam die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dem Politiker ein Diversionsangebot zu unterbreiten.
Die Stellungnahme erfolgt vor dem Hintergrund massiver politischer Kritik. Vertreter von SPÖ und den Wiener Grünen hatten nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend eine lückenlose Aufklärung sowie den Rücktritt Lugners aus dem Wiener Gemeinderat gefordert.