1000-facher Hass wegen Test im Freien: Direktorin in Gefahr

Eine heftige Hasswelle trifft seit dem Wochenende auf Bedienstete und die Leiterin der Volksschule in Voitsberg, Weststeiermark. Die Polizei musste nicht nur einschreiten, sondern gar eine eigene Ermittlungsgruppe einrichten. 

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Zu dieser gehören auch IT-Experten, denn die Drohungen erreichen die Direktorin hauptsächlich über Mail und Social Media. Harmlos sind diese Hass-Bekundungen dennoch keineswegs, so die Polizei:

Es wird aktuell wegen des Verdachts mehrerer gerichtlich strafbarer Handlungen, unter anderem  Gefährliche Drohung, Nötigung u.v.m. gegen bislang unbekannte Täter ermittelt.

Angefangen hatte alles mit dem  Bild eines Neunjährigen, der einen Sachunterricht-Test im Freien absolvierte. Der betroffene Bub war von der Maskenpflicht per Attest befreit,  die Schule erkannte dieses aber nicht an. Der ausstellende Arzt gilt als Impfgegner. Ein Verein ("Bündnis Kinderschutz") will den Fall Jason mit Hilfe des prominenten Anwalts Niki Rast vor Gericht bringen – Weekend berichtete.

Voitsberger Volksschüler sitzt vor dem Fenster seines Klassenzimmers

In den Morgenstunden versammelten sich heute (Dienstag) dann etwa 80 Demonstranten vor der Schule. Die Versammlung  der Corona-Maßnahmengegner sei überwiegend friedlich verlaufen, so die Polizei. Ein Beamter wurde vom Hund eines Teilnehmers gebissen, der Hundehalter wurde angezeigt. Auch der Versammlungsleiter muss mit einer Anzeige rechnen, hieß es. 

"Vorbild" für Maskenverweigerer

Den Fall Jason hatten offenbar einige Eltern zum Anlass genommen, ihre Kinder aus Protest ebenfalls ohne Maske in die Schule zu schicken. Als die Polizei in der Schule die FFP2-Maskenpflicht kontrollierte, stellten sie mehrere Verstöße fest. Statt Maske präsentierten die SchülerInnen Maskenbefreiungsatteste.

 

Autor: Andrea Schröder, 18.01.2022