Vom Krieg gezeichnet: Sorge um Selenskyj

Der 44-jährige Präsident der Ukraine ist in wenigen Wochen um Jahrzehnte gealtert.
Autor: Andrea Schröder, 06.04.2022 um 13:34 Uhr

Der Krieg in seinem Heimatland hinterlässt auch Spuren in seinem Gesicht: Verzweifelt und abgekämpft gibt Wolodymyr Selenskyj Interview um Interview, hält Videoansprachen und lässt sich bei Benefizveranstaltungen und Sitzungen dazuschalten. Vor dem UNO-Sicherheitsrat forderte der Präsident, Moskau für die Gräueltaten in Butscha zur Rechenschaft zu ziehen. Er wirft Russland in einer leidenschaftlichen Ansprache vor, die Ukraine zum Schweigen bringen und versklaven zu wollen.

Draufsicht auf die Konferenz

Triumph und Horror

Nur 36 Monate trennen den Triumph Selenskyis von seinen dunkelsten Stunden. Am 31. März 2019 hatte er den ersten Wahlgang und am 21. April die Stichwahl der Präsidentschaftswahl in der Ukraine mit etwa 73  Prozent der Stimmen klar gewonnen.

Konfettiregen auf Selenskyj und Anhänger

Schickalswahl

Am 20. Mai 2019 wird der Comedian, Schauspieler und zweifache Familienvater in Kiew in das Amt des Präsidenten eingeführt. Obwohl Wladimir Putin seit 2014 die Krim besetzt hält, sieht wohl niemand den Angriffskrieg voraus, den der russische Präsident knapp drei Jahre später unter der Präsidentschaft von Selenskyj führen sollte. 

Hält er durch?

Seit dem 24. Februar bangt die Welt um die Ukraine, deren Bevölkerung - und um Wolodymyr Selenskyj. War zunächst die Sorge am größten, er könne einem Attentat zum Opfer fallen, fragen sich jetzt viel: Wie lange hält der Präsident gesundheitlich und psychisch durch? Er soll sich nach wie vor in Kiew aufhalten. Anfang März sagte er dazu:

 

Ich bleibe hier. Ich bleibe in Kiew. Ich verstecke mich nicht. Ich habe vor niemandem Angst.