Oligarchen-Tochter: "Bin aufgebracht"

Lisa Peskowa hat mit einem Post zum Krieg einen mutigen Schritt nach vorne gemacht. Und dann zwei zurück.
Autor: Andrea Schröder, 24.03.2022 um 12:32 Uhr

Dimitri Peskow (54) ist ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin (69) und agiert als sein Sprachrohr. Hier nur einige Aussagen von Peskow:

  • "Russische Militär-Eskalation in der Ukraine? Wir warten noch immer auf Beweise."
  • "Russland war nie ein Aggressor"
  • "Die Herkunft unseres, nennen wir es Einkommen, ist transparent."

Apropos Einkommen: Als Kremlsprecher darf Peskow getrost zu den Oligarchen gezählt werden. Und diese sind bekanntlich seit dem Überfall auf die Ukraine gewissen Sanktionen unterworfen.  

Russian Elites and Oligarchs

Zwei internationale Taskforces mit klingendem Namen wurden eingesetzt, um diese Maßnahmen auch umzusetzen. Die EU nannte ihre "Freeze and Seize"  (Einfrieren und Beschlagnahmen). Die internationale Einsatzgruppe, der neben der EU etwa auch Japan und die USA angehören, heißt "REPO". Das steht für Russian Elites, Proxies, and Oligarchs.

 

Auf dieser Liste dürfte auch Lisa Peskowa (24) gelandet sein. Die top ausgebildete Wahl-Pariserin ist unter anderem  Vizepräsidentin einer  Organisation zur Französisch-Russischen Geschichte, spricht neben Französisch und Englisch auch Türkisch, Arabisch und Chinesisch. Aber sie ist auch Oligarchen-Tochter.

"Nein zum Krieg"

Und als solcher schlagen offenbar zwei Herzen in Lisas Brust: Auf Instagram (250.000 Follower) postete sie vor einem schwarzen Hintergrund in ihrer Story:

„HET BOЙHE“ – Nein zum Krieg.

Dass die Öffentlichkeit überhaupt von diesem mutigen Schritt erfahren hat, lag an der schnellen Reaktion eines BBC-Redakteurs. Er twitterte den Post von Lisa Peskow - gerade noch rechtzeitig, denn nur Minuten später war die Insta-Story wieder verschwunden.

Inzwischen hat man Lisa wohl wieder auf Linie gebracht. In einem Interview mit der ARD-Sendung "Panorama" antwortete sie, angesprochen auf den Krieg, sie sei "überrascht" gewesen, wolle aber nicht über Politik sprechen. 

"Habe nichts damit zu tun"

Worüber sie allerdings bereitwillig Auskunft gab: Ihre Wut auf die Sanktionen gegen Oligarchen allgemein und im Besonderen gegen deren erwachsene Kinder. "Es erscheint mir völlig unfair und unbegründet. Ich war sehr überrascht, weil es seltsam ist, Sanktionen gegen eine Person zu verhängen, die 24 Jahre alt ist und nichts mit der Situation zu tun hat."

Lisa Peskowa ist es jetzt unter anderm verboten, in die USA zu reisen. Dazu sagt sie: "Ich bin aufgebracht, weil ich gerne reisen würde und andere Kulturen liebe."

Kein Engpass

Muss man sich Sorgen um das Auskommen der "Weltbürgerin", wie sich selbst bezeichnet, machen? Nein. Sie betont,  die Sanktionen hätten keinerlei Auswirkungen auf ihre finanzielle Situation. Das macht dann schon ein wenig betroffen. Die Reichtümer der Familie Peskow sind wohl bereits längst in Sicherheit.

Porträt im Selfie-Stil