Schallenberg: Was Nehammer Putin ausrichten wird

Mit Kritik am Zusammentreffen wird nicht gespart. Doch der Außenminister sieht im Nehammer-Besuch eine "große Chance".
Autor: Andrea Schröder, 11.04.2022 um 13:17 Uhr

Noch heute reist Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) nach Moskau, um den russischen Präsidenten Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Der Regierungschef Österreichs wolle nichts unversucht, was die Ukraine dem Frieden einen Stück näher bringen könnte, heißt es. In ukrainischen Diplomatenkreisen ist angeblich von "Selbstüberschätzung" die Rede. Mit anderen Worten: Nehammer nimmt sich zu wichtig.

Nehammer soll Putin die Wahrheit sagen

Außenminister Alexander Schallenberg ist derzeit in Luxemburg, wo der Rat für Auswärtige Angelegenheiten (RAB) tagt. Der RAB legt die Außenpolitik der EU fest. Unmittelbar vor dem Treffen mit den EU- Außenministern wandte sich der Minister an die Presse und warb für Nehammers Mission:  "Es macht einen Unterschied, wenn man jemanden von Angesicht zu Angesicht, Auge in Auge sagt, wie sich die Realität wirklich darstellt." Es sei klar, so Schallenberg über Putin, "dass dieser Präsident diesen Krieg moralisch de facto verloren hat".

 

Porträt, sitzend

Botschaften im Gepäck

Es gehe beim Kanzler-Besuch darum, jede Chance zu ergreifen, um die "humanitäre Hölle in der Ukraine" zu beenden. Nehammer habe klare  humanitäre und politische Botschaften" mit im Gepäck, ist Schallenberg überzeugt. Jede Stimme von außerhalb des Kremls, die Putin die Realität zeige, sei "keine verlorene Stimme".