Heftige Vorwürfe gegen ÖVP-Jugendstaatssekretärin Plakolm

Jugendstaatssekretärin Plakolm steht hinter der mündlichen Matura.
Autor: Stefanie Hermann, 24.01.2022 um 07:10 Uhr

Für den diesjährigen Matura-Jahrgang soll die mündliche Matura wieder verpflichtend Teil des Abschlusses sein. Während der Matura-Jahrgang auf die Barrikaden geht, kann Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) die Aufregung nicht nachvollziehen. In der ZIB2 am Sonntag bekräftigt sie ihren Standpunkt: Die Matura sei als Chance zu sehen, seine Leistung unter Beweis zu stellen. Ihre Argumentation lässt dabei aufhorchen.  Auch Lehrlinge und Studenten hätten eine schwierige Zeit gehabt – und da hätte es ja auch keine Anpassung bei den Prüfungen gegeben, wie Plakolm mehrfach betont.

Ich bin ganz klar der Einstellung, dass man jungen Menschen auch wieder was zutrauen kann.

Zeit war zach, Leistung zählt

Die mündliche Matura sei eine Chance, die man jungen Menschen nicht nehmen dürfe. „Die letzten beiden Jahre waren extrem zach für die junge Generation in Österreich“, so Plakolm. „Aber wenn man an die Matura denkt, dann ist das doch ein ganz großer Tag. Der Tag, an dem man zeigen kann, was man in zwölf, 13 Jahren Schullaufbahn gelernt.“ Die Möglichkeit zur mündlichen Matura war in den letzten Jahren in Österreich als freiwillige Leistung vorgesehen. Plakolm ist das nicht genug: „Ich bin ganz klar der Einstellung, dass man jungen Menschen auch wieder was zutrauen kann.

Jetzt wagen wir den Schritt zurück in die Normalität und geben den jungen Menschen die Chance, sich zu beweisen.

Heftige Kritik

Plakolms Auftritt erntet unterdessen heftige Kritik. . „Ich glaube, dass ganz viele Gruppen stark belastet sind, es aber nicht die Lösung ist, uns alle noch stärker zu belasten“, so Mati Randow, Schulsprecher Rahlgasse. Er habe das Gefühl, dass die Politikerin ihre Aufgabe falsch verstünde. „Es ist nicht ihre Aufgabe die Politik der Regierung den jungen Menschen gegenüber zu vertreten, sondern uns der Regierung gegenüber zu vertreten.“ Während Plakolm über eine „wohldosierte Rückkehr zur Normalität“ nachdenkt, fordern die Schulen bessere Konzepte im Kampf gegen die Pandemie. So seien PCR-Test, Maskenpflicht und Luftfilter mögliche Mittel. Randow: „Wenn man das kurzfristig nicht hinbekommt, muss man langfristig darüber diskutieren, ob man die Schulen wirklich offenhält.“

Reaktionen im Netz

Auch außerhalb der Schulen steht die ÖVP-Politikerin für ihre Aussagen in der Kritik. Vor allem der Vergleich mit den Bedingungen für Lehrlinge stößt vielen sauer auf.

Auch die Frage nach Leistung sei aktuell nicht die drängendste.