Der Staat schwimmt im Geld: 50 Milliarden bis jetzt

Nicht nur die Profite der Energiekonzerne gehen durch die Decke, sondern auch die Steuereinnehmen, sagt eine aktuelle Analyse der „Agenda Austria“.
Autor: Gert Damberger, 22.08.2022 um 15:20 Uhr

Im ersten Halbjahr durfte sich Finanzminister Magnus Brunner über Rekordeinnahmen in Höhe von 49,8 Milliarden Euro freuen. „Es ist sehr gut möglich, dass durch eine weitere Steigerung im traditionell stärkeren zweiten Halbjahr erstmals die 100-Milliarden-Euro-Mauer durchbrochen wird”, sagt Agenda Austria-Ökonom Marcell Göttert in einer aktuellen Aussendung des Thinktanks.

Steuern 2022 | Credit: Grafik: Agenda Austria

Steigerungen im zweistelligen Bereich

Alle großen Steuern konnten gegenüber dem Jahr 2019 im zweistelligen Bereich zulegen. Besonders stark gestiegen sind die Kapitalertragsteuern mit einem Plus von 72,3 Prozent. Das ist angesichts niedriger Zinsen überraschend und nicht nur mit deutlich gestiegenen Dividenden zu erklären. Aber auch die Körperschaftsteuer ist mit 39,2 Prozent auffallend stark gewachsen. Angesichts dessen seien Forderungen nach einer Sondersteuer für Energiekonzerne („Übergewinnsteuer“) wenig nachvollziehbar, sagt Göttert. „Wenn der Staat den ärmeren Haushalten finanziell unter die Arme greifen will, ist dazu ausreichend Geld vorhanden. Entscheidend ist, dass zielgerichtet geholfen wird und das Geld nicht mit der Gießkanne verteilt wird“.