Mücksteins Ende: Vom Mob aus dem Amt gemobbt

Der Gesundheitsminister räumt das politische Schlachtfeld. Die Meute jubelt.
Autor: Robert Eichenauer, 05.03.2022 um 12:49 Uhr

"Die Mücke hat die Fliege gemacht", wird in diversen Foren euphorisch gejubelt. Schmähhammer, Mücke, Angstschober – oh Mann, wie primitiv! Dabei ist die Verballhornung von Namen noch das geringere Übel. Der Mob lernt halt von seinen Vorbildern, die da heißen Gerald Grosz, Ferdinand Wegscheider und Herbert Kickl. Diese Herren kommen sich bekanntlich besonders witzig vor, wenn sie Politikernamen verunglimpfen. Mich erinnert das eher an einen Schulhof, auf dem sich ein paar halbstarke Kids über den Namen eines Mitschülers lustig machen. Manche haben den Schulhof geistig leider nie verlassen, stecken hartnäckig in der Pubertät fest. Vielleicht wird's dann mal langsam Zeit, erwachsen zu werden.

Virtueller Mob

Wolfgang Mückstein konnte das Haus nur noch mit Polizeischutz verlassen und bekam täglich Morddrohungen. Für Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen ist das Leben mit Drohungen mittlerweile gelebter Alltag. Offensichtlich hat sich eine Art virtueller Mob gebildet, der tagtäglich Hasspostings und Drohmails verfasst, um Politiker mit nicht genehmer Meinung aus dem Amt zu drängen. Eine besorgniserregende Entwicklung.

Der Zweck der Übung

Drohungen, das Heruntermachen von Politiker und die Verballhornung von Namen haben Konsequenzen. Die Besten geben sich schon lange nicht mehr für politische Ämter her, tauchen lieber in die vergleichsweise beschauliche Welt der Wirtschaft oder Wissenschaft ab. Dort verdienen sie mehr und müssen sich nicht vom Mob beleidigen lassen. Es beschleicht einen immer öfter das Gefühl, dass manche Leute genau das bezwecken. Es scheint ihnen um die Destabilisierung der Demokratie zu gehen. Und je schlechter das politische Personal ist, desto leichter kann ein ungeliebtes System gestürzt werden.