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Andreas Babler in grauem Anzug gestikuliert während einer Pressekonferenz, hinter ihm sind die österreichische und die EU-Flagge zu sehen.
Andreas Babler hat in der ORF-Pressestunde bestätigt, welche Lebensmittel günstiger werden.
Andreas Babler hat in der ORF-Pressestunde bestätigt, welche Lebensmittel günstiger werden.
APA-Images / Heute / Helmut Graf

Babler packt aus: Diese Lebensmittel werden günstiger

18.01.2026 um 15:30, Stefanie Hermann
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Vizekanzler Andreas Babler hat in der ORF-Pressestunde erklärt, auf welche Lebensmittel die Mehrwertsteuer gesenkt wird. Das wird jetzt günstiger.

Anfang der Woche hat die Regierung die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel angekündigt. Details, um welche Produkte es sich konkret handeln soll, sind Schwarz-Pink-Rot bislang schuldig geblieben. In der ORF-Pressestunde hat Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler jetzt konkretisiert, welche Lebensmittel ab Juli 2026 einem reduzierten Mehrwertsteuersatz unterliegen sollen. Brot, Milch, Butter und Eier zählen ebenso dazu wie viele heimische Obst- und Gemüsesorten. Mit 4,9 Prozent beträgt der neue Standardsatz weniger als die Hälfte der bisherigen Steuer.

Ziel: Entlastung bei täglichen Einkäufen

Mit der reduzierten Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel will die Regierung die steigenden Lebenshaltungskosten spürbar abfedern. Eine Familie mit zwei Kindern soll über das Jahr gerechnet rund 100 Euro sparen, so Babler. Insgesamt stellt der Bund 400 Millionen Euro pro Jahr für das Vorhaben bereit. Da die Regelung erst mit 1. Juli 2026 in Kraft tritt, rechnet man für das laufende Jahr mit etwa 200 Millionen Euro Kosten.

Diese Produkte sind betroffen

Zur Liste der begünstigten Waren zählen Milch und Milchprodukte, Butter, Eier, Reis, Zwiebel, Knoblauch, Gurken, Paradeiser, Salate, Erdäpfel, Äpfel, Birnen, Steinobst wie Marillen sowie Brot und Gebäck. Der Fokus liegt auf Lebensmitteln aus österreichischer Produktion. „Der Fokus soll auf jenen Produkten liegen, die in Österreich produziert werden“, so Babler. Importware wie Bananen bleibt außen vor.

Gegenfinanzierung durch Abgaben

Zudem sei ihm und auch Finanzminister Markus Marterbauer wichtig gewesen, dass das Paket gegenfinanziert ist. Geplant sind dazu eine Plastikabgabe für nicht recycelbares Material sowie eine Paketabgabe auf Lieferungen aus Drittstaaten. „Das stärkt auch unseren österreichischen Handel und wird nicht den Konsumenten weitergegeben“, erklärt der SPÖ-Chef.

Kontrolle gegen Preis-Tricksereien

Damit die Entlastung tatsächlich bei den Konsumentinnen und Konsumenten ankommt, erhält die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) neue Eingriffsmöglichkeiten. Sie kann prüfen, ob Supermärkte die Senkung auch weitergeben. „Wenn die Preise trotz Steuersenkung gleich bleiben, wird eingegriffen“, hieß es aus Regierungskreisen.

Ein Signal an Haushalte mit kleinem Budget

Babler verteidigte die Maßnahme gegen Kritik, sie bringe zu wenig. Kritik, dass die Senkung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sei, lässt er nicht gelten. "Wie arrogant sind eigentlich Meldungen, die meinen, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel würde keinen Unterschied machen? Wer so etwas sagt, weiß nicht, wie es ist, wenn es am Monatsende knapp wird.“ Ziel sei es, jenen zu helfen, die „vor dem Einkauf zuerst ins Onlinebanking schauen müssen“.

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