Söldner in Lemberg: Kindersoldaten in der Ukraine?

Aus ganz Europa ziehen junge Männer in den Ukraine-Krieg. Ein Augenzeuge berichtet von Kindersoldaten und dem Verheizen von Freiwilligen als Kanonenfutter.
Autor: Stefanie Hermann, 16.03.2022 um 07:29 Uhr

Bei dem Angriff auf eine ukrainische Militärbasis nahe der polnischen Grenze sind  am Sonntag 13. März, 35 Menschen gestorben. So die offizielle Schätzung. Ein deutscher Augenzeuge berichtet von mindestens einhundert Toten. Ums Leben gekommen sind nicht nur ukrainische Soldaten. Aus ganz Europa ziehen Freiwillige an die ukrainische Front.

Deutsche ziehen in den Krieg

So auch Peter, den das Ö1 Journal an der polnischen Grenze getroffen hat. Der pensionierte deutsche Soldat ist Teil der Internationalen Legion. Mehrere tausend Soldaten umfasst diese, Schätzungen sprechen von bis zu 20.000 Freiwilligen aus 52 Ländern. Seinen eigenen Bereich schätzt Peter auf 800 bis 1.000 Soldaten. Der Großteil von ihnen sei völlig kampfunerfahren.

Die Leute werden alle sterben. Da kommt keiner lebend raus.

Todesurteil Fronteinsatz

Der Bombenangriff am vergangenen Sonntag habe die Koordination weiter zerstört, die Infrastruktur sei großteils unbrauchbar. Die Legion solle jetzt direkt an die Front verlegt werden. Der Mittfünfzigjähre sieht darin ein Todesurteil für die Sodlaten:  "Meiner Meinung nach muss hier etwas passieren. Die Leute werden alle sterben. Da kommt keiner lebend raus." Die Freiwilligen seien zwanzig Jahre und jünger. Kriegserfahrung hätten sie keine. Traumatisierte Soldaten würden nach dem Angriff ignoriert.

Ich hoffe, dass die Regierung Selenski von diesen Zuständen nichts weiß.

Junge Soldaten tragen einen Sarg.

Ukraine kann keine Kindersoldaten wollen

"Das endet in einer Katastrophe! Ich hoffe, dass die Regierung Selenski von diesen Zuständen nichts weiß und diese Menschen nach Hause schickt, bevor es zu einer Katastrophe kommt." Die Ukraine sei kein Land in der dritten Welt, in dem Kindersoldaten gewollt sind. "Und genau das passiert dort gerade."

Auch Österreicher beteiligt

Seit zwölf Jahren sei er vom Militär weg. Aber er habe gedacht, "dass das ein Krieg ist, ein Kampf ist, den es sich lohnt zu kämpfen. Aber nicht, um als Kanonenfutter verheizt zu werden." Aber genau das passiere dort im Moment. "Mit deutschen Staatsbürgern, mit Menschen aus aller Welt." Auch Österreicher habe Peter kennengelernt - und er fürchte um ihr Leben.