Iran-Krieg eskaliert: Trump fordert sofortigen Stopp
Nach massiven gegenseitigen Luftangriffen zwischen Israel und dem Iran in der Nacht zum Montag hat US-Präsident Donald Trump ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen gefordert. Über seine Social-Media-Plattform Truth Social richtete er am Montag einen dringenden Appell an beide Kriegsparteien, das gegenseitige Beschießen unverzüglich einzustellen, um die ohnehin chaotischen Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran nicht vollständig zum Scheitern zu bringen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich zuvor jedoch bewusst über die expliziten Warnungen aus dem Weißen Haus hinweggesetzt und Vergeltungsschläge im Iran befohlen.
Militärische Eskalation: Petrochemische Anlagen und Luftwaffenstützpunkte im Visier
Auslöser der erneuten Gewaltspirale waren israelische Angriffe auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut, die als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten. Der Iran rechtfertigte seine darauffolgenden massiven Raketenangriffe als direkte Vergeltung für diese Schläge. Die darauffolgende Welle gegenseitiger Angriffe erreichte schnell eine neue militärische Qualität:
- Angriffe auf den Iran: Die israelische Luftwaffe attackierte mit luftgestützten ballistischen Raketen militärische Ziele im Westen und Zentrum des Iran. Dabei wurde unter anderem eine strategisch wichtige petrochemische Anlage in der Hafenstadt Mahshahr im Südwesten des Landes schwer beschädigt. In der Hauptstadt Teheran waren laut Medienberichten heftige Explosionen zu hören.
- Gegenschläge auf Israel: Die iranischen Revolutionsgarden feuerten daraufhin eine neue Salve ballistischer Raketen ab. Diese zielten primär auf die israelischen Luftwaffenstützpunkte Nevatim im Süden sowie Tel Nof südlich von Tel Aviv. Zudem gab der Iran an, eine petrochemische Anlage in der israelischen Hafenstadt Haifa ins Visier genommen zu haben.
- Unterstützung aus dem Jemen: Auch die mit dem Iran verbündete Houthi-Miliz schaltete sich in die Kampfhandlungen ein und feuerte Raketen in Richtung Israel ab. Die israelischen Abwehrsysteme fingen nach Militärangaben die ersten großen Angreiferwellen weitgehend ab, sodass die Bevölkerung die Schutzbunker nach einigen Stunden wieder verlassen konnte.
Machtkampf zwischen Washington und Jerusalem: Trump pocht auf Verhandlungserfolg
Besonders brisant ist die politische Komponente des Konflikts. US-Präsident Donald Trump versucht seit Wochen intensiv, einen diplomatischen Ausweg aus dem am 28. Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen den Iran zu finden, da er innenpolitisch im Hinblick auf die Midterm-Wahlen im November massiv unter Druck steht. In einem Telefonat am Sonntag hatte Trump den israelischen Regierungschef Netanjahu eindringlich davor gewarnt, weitere Angriffe durchzuführen, da man kurz vor einem guten Friedensabkommen mit Teheran stehe.
Israel ignorierte diesen Machtanspruch jedoch mit Verweis auf das Recht zur Selbstverteidigung gegen iranische Raketen. Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, betont via X, dass kein Land der Welt einen solchen Beschuss dulden würde. Unterdessen erklärte die iranische Führung am Montagnachmittag die Angriffe vorerst für beendet, drohte jedoch mit noch härteren Schlägen, sollte Israel die Aggressionen fortsetzen. „Israel und der Iran müssen sofort aufhören zu ‚schießen‘“, erklärt Donald Trump via Truth Social.
Das Außenministerium in Teheran machte unterdessen Washington für die jüngste Eskalation verantwortlich. Außenamtssprecher Esmail Baghaei erklärte, dass Israel niemals ohne vorherige Rücksprache mit den USA agiere. Das Verhalten Israels belaste den ohnehin chaotischen diplomatischen Prozess schwer und verstärke das fundamentale Misstrauen gegenüber der US-Regierung.
Drohende Seeblockade und die wirtschaftlichen Folgen: Der Ölpreis steigt rasant
Die Auswirkungen des Konflikts strahlen bereits jetzt unmittelbar auf die weltweite Wirtschaft ab. Da der Iran bereits seit Kriegsbeginn die strategisch bedeutsame Straße von Hormus blockiert, droht nun eine absolute Sperre der globalen Energiekorridore. Die jemenitische Houthi-Miliz kündigte als Reaktion auf die israelischen Angriffe eine „komplette Blockade“ des Schiffsverkehrs für Israel im Roten Meer an. Da das Rote Meer nach der Sperrung der Straße von Hormus die einzig verbliebene Alternativroute für die Ölexporte aus den Golfstaaten und Saudi-Arabien darstellt, würde eine gleichzeitige Sperrung beider Schifffahrtsrouten den globalen Markt kollabieren lassen.
Die Finanzmärkte reagierten prompt auf das Szenario dieser drastischen Eskalation:
- Preissprung bei Rohöl: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der internationalen Referenzsorte Brent kletterte am Montagmorgen sofort um vier Prozent nach oben auf rund 97 US-Dollar.
- Sorge vor historischem Hoch: Zu Beginn des Jahres hatten die Sperren den Ölpreis zeitweise auf über 120 Dollar getrieben, was die Inflation weltweit anheizte. Experten werten die anhaltende Blockade des Seewegs bereits als die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts.
Während die Diplomaten in Washington versuchen, die Wogen zu glätten, berät das israelische Sicherheitskabinett über das weitere Vorgehen. Die Armee kündigte an, dass die Operationen ungeachtet der Appelle aus den USA noch mehrere Tage fortgesetzt werden könnten.