Heinz Fischer bleibt Putins Freund

In einem Radiointerview verteidigt Ex-Präsident Heinz Fischer seinen freundlichen Umgang mit dem Kreml-Chef.
Autor: Patrick Deutsch, 09.03.2022 um 09:20 Uhr

Auf die Aussagen von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) in der ZIB2, dass die Wirtschaftskammer Putin den „roten Teppich mit Schleimspur“ ausgerollt habe, reagierte Fischer in einem Gespräch mit dem Ö1-Morgenjournal: „Ich glaube, das ist nicht das Niveau, von dem man sich angesprochen fühlt“, so der Ex-Präsident. Weiters führte Fischer aus, dass zum damaligen Zeitpunkt, Putin in ganz Europa hofiert wurde - auch nach der Annexion der Krim. "Wenn da jetzt der Standpunkt gewechselt wird, dann tue ich da nicht mit", erklärte er fast schon trotzig. Den Krieg gegen ein demokratisches Land verurteile er aber.

Putin und die Wirtschaftskammer

Konkret geht es um einen Besuch Wladimir Putins in der Wirtschaftskammer im Juni 2014, wo er mit Standing Ovations empfangen wurde. Kurz davor hatte der russische Präsident die Krim annektiert. 

In seiner Begrüßungsrede erklärte der damalige WKO-Präsident, Christoph Leitl, dass 1914 ein Teil der Ukraine zu Österreich gehörte. Putin fasste diese Erklärung als Scherz auf und Heinz Fischer streichelte ihm beruhigend den Rücken.

Wer ist der Diktator?

In seiner 18-jährigen Amtszeit als Wirtschaftskammerpräsident durfte Leitl Putin gleich drei Mal in Österreich begrüßen. Auf Leitls lange Präsidentschaft angesprochen meinte Putin „Diktatur, aber eine gute“.