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Gerhard ZEILER und Frau Alexandra LOHBERGER ,Premiere von "Bruno - der junge Kreisky" im Wiener Gartenbaukino
Gerhard Zeiler lässt seine politische Zukunft in der SPÖ weiter offen.
Gerhard Zeiler lässt seine politische Zukunft in der SPÖ weiter offen.
APA-Images / Starpix

Zeiler in neuer Botschaft: "Werde es mir nicht nehmen lassen"

08.10.2026 um 15:06, Marcel Toifl
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Gerhard Zeiler meldet sich per Video zur SPÖ-Spitze zu Wort: Er wünscht Marterbauer Erfolg, ein offizieller Rückzug seiner Ambitionen bleibt jedoch aus.

Der internationale Medienmanager Gerhard Zeiler hält die SPÖ weiter in Atem. Nach den weitreichenden Personalentscheidungen der Parteispitze rund um den schrittweisen Rückzug von Andreas Babler hat sich der 71-Jährige in einer neuen Videobotschaft auf Instagram geäußert. Obwohl er dem designierten Nachfolger Markus Marterbauer viel Erfolg wünscht, lässt Zeiler völlig offen, ob er seine eigene Kandidatur um den Parteivorsitz zurückzieht. Ein offizieller Rückzug sieht anders aus – Zeiler kündigt stattdessen weitere inhaltliche Vorstöße an.

​Neueste Videobotschaft: Glückwünsche ohne eindeutigen Rückzug

In dem auf seinem neuen Instagram-Kanal veröffentlichten Video nimmt Gerhard Zeiler erstmals Stellung zu den jüngsten Personalentscheidungen der Bundes-SPÖ. Darin wünschte er Finanzminister Markus Marterbauer neben einer raschen Genesung von dessen Krebserkrankung auch „viel Glück, wenn er die SPÖ übernimmt“.

Gleichzeitig stellt der Medienmanager klar, dass er sich keineswegs aus der Debatte zurückziehen werde. Einen formalen Verzicht auf seine politischen Ambitionen verkündete er nicht. Stattdessen schickte er eine deutliche Ansage Richtung Löwelstraße: „Ich werde es mir nicht nehmen lassen, beständig auf die notwendigen Lösungen hinzuweisen, die Österreich und die SPÖ benötigen, damit wir nicht gegen die Wand fahren.“

​Der Anstoß zur Erneuerungsdebatte in der SPÖ

Zeiler begründet seine Initiativen damit, dass es ihm vorrangig darum gegangen sei, einen notwendigen Erneuerungsprozess innerhalb der Sozialdemokratie einzuleiten. Der bisherige Kurs habe Partei und Land in die falsche Richtung geführt. Die Entscheidung des Parteipräsidiums für Marterbauer betrachtet Zeiler als direkte Reaktion der Parteispitze auf seinen erzeugten Druck.

Für ein erfolgreiches, soziales und gerechtes Österreich brauche es Mut und frische Ideen. Von diesen werde man in den kommenden Wochen und Monaten noch „viel hören“, kündigte Zeiler an. Damit unterstreicht er seinen Anspruch, die inhaltliche Ausrichtung der SPÖ weiterhin aktiv mitzugestalten.

​Scharfe Kritik aus der eigenen Partei und Gegenwind aus den Gremien

Zeilers Ankündigung Ende September, für den SPÖ-Vorsitz kandidieren zu wollen, hatte parteiintern ein Erdbeben ausgelöst. Allerdings erhielt der 71-Jährige aus den Bundesländern und den Führungsgremien kaum offene Unterstützung. Stattdessen gab es deutliche Kritik an der Art der Kommunikation über Boulevardmedien anstelle interner Parteigremien.

Auch die SPÖ-Frauen zeigten sich verärgert und bemängelten, dass durch die inszenierte Obmanndebatte wichtige frauenpolitische Themen in den Hintergrund gedrängt würden. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erklärte daraufhin kurz und bündig, dass das „Kapitel Gerhard Zeiler beendet“ sei – eine Einschätzung, die Zeiler mit seinen neuerlichen Videos jedoch wieder untergräbt.

​Die Neuaufstellung der SPÖ-Spitze rund um Markus Marterbauer

Der Fahrplan der Parteispitze sieht vor, dass Parteichef Andreas Babler schrittweise zurücktritt und die Parteiführung bis Jahresende interimistisch gemeinsam mit Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher ausübt. Anfang 2027 soll Markus Marterbauer als Vizekanzler übernehmen und auf einem ordentlichen Parteitag im Frühjahr 2027 zum Parteivorsitzenden gewählt werden.

Zwischen Zeiler und Marterbauer herrscht jedoch ein tiefes inhaltliches Gefälle. Während Zeiler Marterbauer mangelnde Wirtschaftskompetenz vorwarf, hielt dieser in der ORF-„ZiB 2“ entgegen, Zeiler schade der Partei mit unzeitgemäßen Querschüssen und einer unverständlichen Obmanndebatte.

​Ausblick: Kampfabstimmung am Parteitag 2027 nicht ausgeschlossen

Da Zeiler in seiner Stellungnahme keinen formellen Rückzug erklärt hat, bleibt die Situation in der SPÖ angespannt. Es bleibt denkbar, dass der Medienmanager beim Parteitag im Frühjahr 2027 in eine direkte Kampfabstimmung gegen Marterbauer geht.

Sollte es Zeiler gelingen, mit seinen angekündigten Lösungsvorschlägen in den nächsten Monaten an der Parteibasis Stimmung zu machen, könnte der Machtkampf in der Sozialdemokratie in eine nächste Runde gehen.

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