Elon Musk: Holt er Trump zurück zu Twitter?

Er hat Jeff Bezos überholt und ist jetzt der reichste Mann der Welt. Und er ist Twitter-Hauptaktionär. Konservative, nicht nur in den USA, setzen auf ihn.
Autor: Andrea Schröder, 07.04.2022 um 10:02 Uhr

"Oh hi lol". So lautete Elon Musks erster Tweet, nachdem sein Einstieg bei Twitter offiziell bestätigt worden war. Mit 9,2 Prozent ist er jetzt größter Aktionär des Kurznachrichtendienstes.  Nur wenig später machte eine weitere Nachricht die Runde:  Der 50-jährige ist mit einem Vermögen von 219 Milliarden Dollar der reichste Mann der Welt.  

Und was macht eigentlich Trump?

Das "Forbes"-Magazin, von dem die Liste der Reichsten stammt, ist aber in Sachen Twitter weiteren Entwicklungen auf der Spur. Eine davon betrifft Donald Trump:

Zoff mit Twitter

Beide, Musk und Trump, hätten mit Twitter eine Rechnung offen, heißt es darin.  Trump, weil er im Januar 202 im Zusammenhang mit der Erstürmung des Capitol von Twitter gesperrt wurde. Und Musk? Auch er handelte sich mit Tweets Unannehmlichkeiten ein: Er hatte 2018 auf Twitter "zum Spaß" angekündigt, alle Tesla-Aktien aufzukaufen. Die Folge: Musks Tweets müssen vor der Veröffentlichung von Anwälten gegengecheckt werden. Das hat die US-Börsenaufsicht SEC dem Multimilliardär gerichtlich vorschreiben lassen. Seither gibt es ständig  Ärger, weil sich Musk nicht an die Auflagen hält. 

Trump ist der Verlierer

Während Musk sich einfach mal eben mit 3,7 Milliarden Dollar bei Twitter einkaufte und jetzt die Regeln mit schreibt, wählte Donald Trump einen anderen Weg: Er  gründete sein eigenes  Social Media-Netzwerk namens Truth Social. Ein erbärmlicher Flop:

"Bring Trump back"

Naheliegende Lösung, vor allem für Republikaner: Elon Musk hebt die Twitter-Sperre des Ex-Präsidenten wieder auf - und schon kann Trump dort weitermachen, wo er 2020 aufgehört hat.  Ein ehemaliger Beamter des US-Finanzministeriums forderte stellvertretend für Trumps einstige 80 Millionen Followern  "das Ende der politischen Zensur, unternehmensweite Reformen und die Wiederaufnahme von Präsident Trump" von Musk.

Wird er es tun?

Warum sollte Elon Musk Donald Trump eine neue Plattform auf Twitter geben? Erstens, weil Musk immer für Überraschungen gut ist. Und zweitens, weil er selbst eine "notwendige Öffnung" des Kurznachrichtendienstes ins Spiel gebracht hat. Der reichste Mann der Welt ist sich mit Trump einig: Twitter verhält sich zu sehr wie die "alte Garde" der Medien und schränkt die Meinungsfreiheit ein. 

Freie Rede

Noch bevor sein Aktien-Großeinkauf bei Twitter bekannt war, postete Musk eine Umfrage. Sinngemäß lautete die Frage: Nimmt Twitter die Meinungsfreiheit ernst genug? 70 Prozent antworteten mit Nein.

 

Heiß ersehnt

Noch lässt sich nicht sagen, ob Elon Musk seinen Einfluss gelten machen und Trumps Sperre aufheben lassen wird. Der Druck steigt jedenfalls. Unter dem Hashtag #bringtrumpback fordern Tausende Trump-Fans Musk zu diesem Schritt auf.

I'll be back

Es kursiert sogar schon ein Fake(!)-Video, auf dem versammelte Anhänger auf den entscheidenden Schritt von Elon Musk warten. Und sich jubelnd in die Arme fallen, als der mit Spannung erwartete Tweet erscheint: "Your favourite president is back!"