Schallenberg vs. Mückstein: Ausgangssperren rücken näher

Ausgangssperren für Geimpfte und weitere Verschärfungen der Maßnahmen könnten bereits am Mittwoch beschlossen werden.
Autor: Stefanie Hermann, 15.11.2021 um 07:03 Uhr

Kaum wurde der Lockdown für Ungeimpfte verkündet, werden bereits weitere Maßnahmen öffentlich diskutiert. Während Gesundheitsminisiter Wolfgang Mückstein (Grüne) mit einer nächtlichen Ausgangssperre liebäugelt, steht Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) weiterhin dazu, lieber den Impfdruck zu erhöhen.

Lockdown für Ungeimpfte nicht genug?

Experten warnen, dass der Lockdown für Ungeimpfte nicht genug sei. Dabei handle es sich um eine Maßnahme, die zu spät komme und zu wenig Auswirkungen haben werde. "Man sollte diesen Schritt nicht kleinreden", kontert Schallenberg im Ö1-Morgenjournal am Montag. Die beschränkten Ausgangsmöglichkeiten sollen die Kontakte zwischen Geimpften und Ungeimpften auf ein Minimum reduzieren. Ob das zum Brechen der Welle reichen wird, wird von Medizinern aber bezweifelt.

Ausgangssperre für Geimpfte

Um eine Entlastung der Situation zu erreichen, braucht es laut Statistik eine Kontaktreduktion von rund 30 Prozent. Experten empfehlen dazu als nächsten Schritt eine nächtliche Ausgangssperre. "Wenn das die Experten sagen, schließe ich mich den Experten an", bestätigt Mückstein in der ZIB 2 am Sonntag entsprechende Gespräche im Ministerrat. "Es wird auch für geimpfte Menschen nächtliche Ausgangsbeschränkungen geben. Wenn wir eine Reduktion brauchen." Ausgangsbeschränkungen sind damit Teil des Maßnahmenpakets, das aktuell verhandelt wird. Eine Entscheidung darüber könnte bereits am kommenden Mittwoch, 17. November fallen.

Auf Twitter schreibt der Minister: "Nächtliche Ausgangsbeschränkungen sind eine von mehreren Maßnahmen, die ich heute der Bundesregierung und den Ländern vorgelegt habe. Damit würden wir einen großen Beitrag zu dieser erforderlichen Kontaktreduktion leisten."

Schallenberg will Druck auf Ungeimpfte erhöhen

"Mein Ziel ist ganz klar, die Ungeimpften zur Impfung zu bringen und nicht die Geimpften einzusperren", so hingegen der Bundeskanzler. Es stimme aber, dass aktuell eine Reihe von Maßnahmen diskutiert werden, so Schallenberg im Morgenjournal. Das offizielle Ziel bleibe aber weiterhin, den Druck auf Ungeimpfte zu verschärfen, um die Impfquote zu erhöhen. Man sehe bereits jetzt, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. Die Impfstraßen verzeichnen wieder einen stärkeren Zulauf.

Dass sich der Teil der Menschen, der alles richtig gemacht hat sich jetzt mit jenem solidarisch zeigen muss, der zögert, zaudert oder Fake News aufsitzt, sehe ich nicht ein.