Test: Toyota GR Yaris - Running Sushi

Ein in die Jahre gekommener Motorredakteur in einem supergiftigen Toyota Yaris GR mit 261 PS ist vielleicht optisch gesehen nicht die optimale Kombination. Unterm Strich haben wir den „GR“ ganz klar ins Motorherz geschlossen. Warum? Einfach weiter lesen...
Autor: Werner Christl, 16.05.2022 um 11:00 Uhr

261 PS

Hart, laut, klein und  wild ist er, der rote Gift­zwerg aus Japan. Im Gegensatz zu anderen Kleinwagen, die mit diversen Spoilern, dicken Reifen und anderen optischen „Verschnellerungsversuchen“ punkten wollen, ist der Toyota GR ­Yaris ein echt wildes Ding. Aus dem 1,6-Liter-Turbo-Benziner quetschen die Japaner 261 PS heraus. In 5,5 Sekunden geht es auf 100 km/h. Wer eine Rennstrecke sein Eigen nennt, könnte bis zu 230 km/h schnell sein. Vor allem aber ein Umstand lässt die Mundwinkel nach oben gehen: Volle Kraft gibt es bei 6.500 Umdrehungen. Und die möchte er bitte auch haben. Drehzahl als guter Freund und Spaßmacher. Ohne Allradantrieb wäre es wohl zu viel des Guten und deshalb wurde dem Sport-­Yaris ein solcher gegönnt. Damit ist der Kleinwagen einer der wenigen in dieser Klasse bzw. in der sportlichen Kleinwagenklasse. Dann wäre da noch der Klang, der irgendwo zwischen röhrender Hirsch und knurrender Wildhund angesiedelt ist. 

Foto: ©Werner Christl

Cockpit

Auch im Innenraum verspürt man eine ­gewisse Härte. Diesmal in Sachen Kunststoff, was aber durchaus klassenüblich ist. Dass man hier in einem Running Sushi sitzt, wird klar durch die roten Nähte, diversen GR-Logos, am Sportmodus-Knöpfchen (Sport, Normal, Track) oder den sehr sportlichen Sitzen mit gutem Seitenhalt. 

Schaltung

Ein Lob an die Ingenieure gibt es für die extrem tolle, knackige, präzise Handschaltung, die ­perfekt an die Hand rückmeldet. Die Bremsen möchten bitte etwas Druck – dann greifen sie aber sehr gut. Und das Fahrwerk? Ja, hart, wie gesagt, aber nicht störend. Das Hochleistungsfahrwerk im GR High Performance bietet auch ein Torsen-Sperrdifferenzial an der Vorder- und ­Hinterachse. Insofern tut der kleine Yaris nicht nur so, als wäre er ein Sportler, er ist klar einer. Beim Verbrauch ist die Rede von durchschnittlich 8,2 Litern. Wer die Nervenbahnen zwischen Hirn und Gasfuß nicht kappt, kommt real auf 8,5 bis neuen Liter. Sogar beim sportlichen Spurt wird der Yaris den Verbrauch ­betreffend aber auch nicht grauslich. Der Toyota GR Yaris startet in der Basis­version bei 38.990 Euro. Die getestete High-Performance-­Version kostet ab 44.290 Euro. Für einen Kleinwagen mächtig viel Zaster. Für einen Sportler relativ wenig Geld.