Test: Suzuki Vitara Strong Hybrid – Was kann der Teilzeit-Stromer?

Es gibt Möchtegern-Hybride und echte Hybride, die wirklich Sinn machen. Der getestete Vitara ist so ein echter. Vor allem beim Verbrauch punkten Voll-Hybride, und das ist bei den derzeitigen Spritpreisen enorm wichtig.
Autor: Werner Christl, 07.06.2022 um 15:56 Uhr

 

Vollhybrid

Mit einem Mild-Hybrid kann man Treibstoff sparen. Wirklich interessant sind aber Voll-Hybride. Der Vitara mit einem 1,5-Liter-Benziner ist ein solcher und arbeitet quasi mit einem E-Motor zusammen. Vorteil: Man fährt kürzere Strecken rein elektrisch und der Verbrauch geht zurück. Im Test lagen wir im Schnitt bei 6,2 Litern. Im Kurzstreckenbetrieb bei der Fahrt zum Supermarkt und geladener Lithium-Ionen-­Batterie schafften wir zum Teil sogar 3,6 Liter. Dabei darf man nicht vergessen, dass auch ein Allradantrieb (ALLGRIP) mit an Bord ist. Insofern ein sehr guter Wert. Strong-Hybrid-System nennt Suzuki dies. Den Hybrid Allgrip gibt es mit einer 6-Gang-Automatik, die vielleicht nicht die schnellste im Lande ist, aber unterm Strich gut zum Auto passt. Allerdings befindet sich die Drive-­Stellung bei der Automatik vor der manuellen. Dadurch schaltet man nach dem Starten gerne in den manuellen Modus. Mit 102 PS aus dem Benziner und 33 PS von der Motor-Generator-Einheit beschleunigt der Japaner in 13,5 Sekunden auf 100 km/h. Das ist kein Wert einer Rakete, aber im Alltag fühlt sich die Beschleunigung besser an, weil eh keiner im Normalfall von null auf 100 sprintet.  Mit dem Fahrwerk bzw. der Lenkung waren wir sehr ­zufrieden. Überhaupt sind Langstrecken kein Problem. Auch wenn der Vitara mit seinen 4,17 Metern super in die Stadt passt.

Foto: ©Werner Christl

Das Cockpit.

Obwohl ein VW-Golf länger ist als der ­Vitara, gibt es ganz klar gute Platzverhältnisse. Das Cockpit bzw. der Arbeitsplatz ist robust gestaltet und man findet doch relativ viel ungeschäumten Kunststoff. Das Armaturenbrett ist „weich“ sieht jedoch nicht so aus. Dafür gibt es sehr guten Sitzkomfort (Ausstattung Flash). Auch der Hauptscreen wirkt nicht unbedingt modern – da sollte man nachbessern. Im Gegenzug ist aber alles intuitiv zu bedienen. Auch in Sachen Assistenten wird nicht gepatzt! Fazit: Der neue Vitara bietet sehr gute Hybridtechnik, ist sparsam, hat einen tollen Allrad und  fährt sich nicht nur in der Stadt gut. Das Testfahrzeug hatte einen Startpreis von 30.990 Euro und kostet in der Flash-Aus­stattung 33.590 Euro. Wer mit einem Mild-Hybrid auskommt und Allrad nicht braucht, kann einen Vitara ab 23.990 Euro ordern.

Daten Fahrbericht:

Suzuki Vitara Strong Hybrid ALLGRIP

Leistung: 102 PS (Benziner), 33 PS (E-Motor)

Testverbrauch: 6,2 Liter

Motor: 1.5 Dualjet

Kofferraum: 289 bis 1.046 Liter

0 – 100 km/h: 13,5 Sekunden