Test: Mercedes C-Klasse 220d - eine kleine S-Klasse?

Die aktuelle C-Klasse ist so etwas wie eine kleine S-Klasse. Zumindest, wenn man in der Aufpreisliste ordentlich ankreuzt. Zu haben ist fast alles, was es gibt!
Autor: Werner Christl, 10.02.2022 um 02:41 Uhr

In der Regel würden wir hier gleich mit einigen Eckdaten anfangen. 200 PS, von Null auf 100 km/h in 7,3 Sekunden und so weiter. Die neue C-Klasse hat aber etwas, was wirklich eine Alleinstellung bedeutet: Das Cockpit und auch die damit verbundene Technik gehen in Richtung S-Klasse. Zumindest, wenn man nicht von der Grundausstattung ausgeht. 

Kleine S-Klasse. Über Geschmack lässt sich zwar streiten, aber über die Verarbeitung nicht. Die Stuttgarter haben das Cockpit in dieser Klasse auf eine neue Ebene gehoben. Die verwendeten Materialien wirken nicht nur hochwertig, sie sind es auch.  Leder an allen Ecken und Enden. Die Türverkleidung verdient die Bezeichnung „außergewöhnlich“. Hier einige Highlights: Der Hauptscreen ist scharf wie Chili und lässt sich trotz vieler Untermenüs gut bedienen. Das Navisystem blendet im Screen ein, wo man abbiegen muss.  Der Sprachassistent ist einer der wenigen am Markt, der wirklich funktioniert. Und: Assistenten sind praktisch alle zu haben. Soviel Ausstattung kostet auch. Eine C-Klasse 220d startet bei 55.400,- Euro und mit der AMG-Line sind es 60.000,-. Ein bisserl nörgeln müssen wir trotzdem. Die Wisch-Bedienung übers Lenkrad ist ziemlich fummelig. Dafür ist die Klimabedienung trotz „Touch“ gut.

Fahrgefühl. Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt. Langstrecken saugt der 220d förmlich in sich rein. Die zusätzlichen 6,5 Zentimeter Länge merkt man vor allem auf den hinteren Rängen. Unterm Strich passen die Platzverhältnisse. Mit Mild-Hybrid (48 Volt) verbrauchten wir im Schnitt 7,2 Liter. Wer besonders brav fährt, kommt auch auf 5,5. Als Sonderausstattung gibt es übrigens das Digital Light aus der S-Klasse. Der Test-Diesel arbeitet unauffällig und passt gut zum Auto. Fazit: Man kann über alles in der C-Klasse diskutieren, aber sicher nicht über diesen Arbeitsplatz. Mercedes hat sich da mächtig ins Zeug gelegt! Hut ab!

Foto: ©Werner Christl

C-Klasse als Plug-In? Die C-Klasse gibt es übrigens auch als PlugIn-Variante:Mit einer elektrischen Antriebsleistung von 129 PS und einer rein elektrischen Reichweite von rund 100 Kilometern (WLTP) haben die Plug-in-Modelle der C-Klasse eine mehr als ordentliche elektrische Reichweite.