Tesla öffnet Supercharger in Österreich für Fremdmarken

Nach Holland, Deutschland und anderen Ländern ist jetzt Österreich dran. Tesla öffnet sein Supercharger-Netzwerk für Fremdmarken. Vorerst aber nur eingeschränkt. Und auch die Preise ohne Abo sind sehr hoch.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 19.05.2022 um 10:02 Uhr

Ab sofort können an bestimmten Supercharger-Ladestationen in Österreich alle Autos mit CCS-Anschluss aufgeladen werden. Diesen Schritt setzt der US-Autobauer, nachdem es Testbetriebe in Holland, Deutschland, Frankreich, Belgien und Norwegen gegeben hat. Gleichzeitig mit Österreich werden teilweise Supercharger in Schweden, Großbritannien und Spanien für Fremdmarken freigegeben.

Bisher konnten an den Tesla-Superchargern nur Autos von Tesla aufgeladen werden. Mit dem einheitlichen CCS-Standard war aber eine Änderung möglich und die wird jetzt schrittweise vollzogen.

App-Zwang und saftige Preise

Wer in den Genuss des sehr gut ausgebauten Netzwerkes kommen will, benötigt die Tesla-App (iOS und Android) und kann dort nach den derzeit freigeschalteten Superchargern suchen. Stand heute sind dies:

  • Wiener Neustadt, 14 Ladesäulen
  • St. Georgen, 8 Ladesäulen
  • Asten, 12 Ladesäulen
  • Salzburg, 12 Ladesäulen
  • Laßnitzhöhe, 12 Ladesäulen
  • St. Anton, 10 Ladesäulen
  • Eberstalzell, 12 Ladesäulen
  • Langkampfen, 27 Ladesäulen
  • Wien, 16 Ladesäulen
  • Salzburg-Nord, 10 Ladesäulen
     

Die Abdeckung ist somit in Österreich recht gut und man sollte mit den meisten E-Autos von einem zum anderen Supercharger kommen. Wer allerdings spontan und ohne Abo an den Ladestationen "tanken" will wird ordentlich zur Kasse gebeten. 70 Cent pro kWh verlangt die Firma von Enfant terrible Elon Musk für den Strom. Bei einem Hyundai IONIQ 5 mit Allrad und 77,4 kWh-Batterie würde die Volladung somit rund 54 Euro kosten (0 auf 100 ohne Ladeverluste). Bei einem WLTP-Verbrauch von 18,5 kWh auf 100 Kilometer bezahlt man dann dafür rund 13 Euro. Das ist viel.

Wer allerdings ein Abo um 12,99 Euro pro Monat abschließt, kann den Preis auf 53 Cent drücken. Auch keine wirkliche Okkassion. Verglichen dazu, bezahlt man beim ÖAMTC und seiner ePower derzeit rund 48 Cent pro kWh am Schnellader (38 Cent pro kWh bis 22 kWh). Wer dieses Angebot nutzen will, muss nur ÖAMTC-Mitglied sein. sonstige Abo-Gebühren fallen nicht an. Die Abdeckung der ÖAMTC ePower ist österreichweit sehr gut.

Insofern ist das neue Tesla-Angebot mit Vorsicht zu genießen. Ohne Abo ist es viel zu teuer und mit Abo lohnt es sich auch nur für Viellader. Es gibt in Österreich derzeit bessere Alternativen, wer allerdings unbedingt mal am Supercharger laden will, kann dies ab sofort.