Nissan Juke Hybrid im ersten Test: Endlich elektrisch!

Wir durften in Mailand erstmals Platz im neuen Nissan Juke Hybrid nehmen. Und das erste Fazit: Das "E" steht im gut! Der komplette Faahrbericht:
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 15.06.2022 um 13:30 Uhr

Als 2010 der erste Nissan Juke auf den Markt kam, polarisierte er wie sonst wenige Autos. Breite Hüften, eine Front die eher an ein amphibisches Getier erinnert - kurzum: Der Juke war anders. Er fand aber seine Fanbase und wurde zum Erfolg für die Japaner. 2019 kam mit der zweiten Generation ein "braveres" Design. Die runden Lichter vorne waren zwar geblieben, ansonsten war der neue Juke aber eher massentauglich als sein Vorgänger. Einzig die Auswahl an Motoren war mau. Ein 1.0-Liter-Dreizylinder mit 117 PS, thats it! Mehr war nicht drin. Immerhin gab es auch ein Doppelkupplungsgetriebe optional. Schon damals wurde allerdings ein Hybrid versprochen und der ist ab sofort da.

Design und Technik - altbewährt und supermodern

Um jedem zu zeigen, dass man in einem Juke Hybrid sitzt haben die Nissan-Designer das Badge gleich mal seitlich und hinten angebracht. Auch der geschlossene Kühlergrill vorne und das elektrifizierte Nissan-Logo sollen zeigen: Ab sofort ist man elektrifiziert unterwegs. Ansonsten wurde am Design wenig geändert, neue Felgen sind optional und ein paar minimale aerodynamische Anpassungen. Aber das macht nichts, auch im dritten Jahr seines Modellzyklus ist der Juke ein modernes, ansehnliches Auto. Der Innenraum ist gleich groß wie beim reinen Verbrenner, nur beim Kofferraum sinkt das Volumen wegen der Batterie von 422 - 1.305 Liter auf 354 - 1.237 Liter. Auch die Zugkapazität ist beim Hybrid mit 750 Kg  geringer als beim Verbrenner (1.250 Kg).

Etwas diffiziler wird es unter der Haube. Praktisch ist der Juke Hybrid ein Vollhybrid, wie wir ihn von Toyota seit 1997 kennen. Also ein Verbrenner (1,6 Liter, Vierzylinder), ein Elektromotor und eine kleine Batterie (1,2 kWh im Fall des Juke) sorgen für ein möglichst effizientes Zusammenspiel (143 PS Systemleistung). Nissan und Renault haben ihre Allianz beim Juke Hybrid voll ausgereizt und das Hybridsystem zusammen konzipiert und mit einem stufenlosen Getriebe ausgestattet. Um jetzt nicht zu technisch zu werden: Das Ding fährt immer elektrisch los (bis ca. 55 km/h), für stressige Passagen auf der Autobahn oder bergauf ist der Verbrenner tonangebend (der da aber die Batterie wieder lädt), sonst weitgehend der Elektromotor. Der Verbrauch soll laut Nissan kombiniert rund 5 Liter Benzin ausmachen. Auch ein Fahren mit e-Pedal wie aus dem Leaf bekannt ist möglich. Allerdings ist "One-Pedal-Driving" nicht bis zum Stillstand möglich, die Bremse muss für den kompletten Stillstand betätigt werden.

Fahreindruck und Fazit - "Der geht gut!"

Als wir in Mailand das erste Mal im neuen Juke Hybrid Platz nehmen, fällt sofort das spritzige Anfahrverhalten auf. Der Juke Hybrid startet immer elektrisch und soll so vor allem im Stadtverkehr besonders effizient unterwegs sein. Und ja, in Mailand an einem Vollmondtag braucht man ein spritziges Auto. Wer hier nicht mitschwimmt und frech ist, verliert! Zum Glück hatten wir ein deutsches Kennzeichen am Auto - Österreicher in Tarnung sozusagen. Aber nicht nur im dichten Stadtverkehr macht der Hybrid eine gute Figur, auch auf der Landstraße und der Autobahn sind die 143 PS des Hybridsystems eine Wohltat. Überholen, Gas geben auf der Autobahn und kleine steile Passagen gehen problemlos und vor allem ohne dass die Verbrauchsanzeige verrückt spielt. Nach einer 200 Kilometer-Runde von Mailand an den Comer See und retour stand der durschnittliche Verbrauch bei rund 5,5 Liter. Das ist sehr nahe am WLTP-Verbrauch und damit wirklich gelungen.

Fahrverhalten und Innenraum sind der Klasse angepasst und somit gut. Vor allem viele weiche Materialien im Innenraum sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Etwas Kritik dürfen wir an den zu weichen Sitzen und dem eingebauten Infotainment/Navi üben. Dies gibt Anweisungen oft etwas zu früh oder zu spät und wir hatten die Ehre einer Ehrenrunde. Als Tipp sei erwähnt, dass man das eingebaute Infotainment mit Apple CarPlay und Android Auto umgehen kann (und vielleicht auch sollte). Ansonsten ist der Juke Hybrid ein gelungenes SUV mit jetzt endlich einer Option zur Elektrifizierung. Wir haben sowohl den Verbrenner als auch jetzt den Hybrid gefahren und unsere Wahl würde klar auf den Hybrid fallen. Spritziger, sparsamer und etwas schöner. diese 3S sprechen klar für den Hybrid.  Einen genauen Ab-Preis können wir noch nicht nennen, in Deutschland startet der Juke Hybrid allerdings bei über 31.000 Euro und damit ist auch bei uns ein Startpreis in dieser Region oder etwas darüber anzunehmen.

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Foto: ©Weekend/Steinberger-Weiß