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Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5
Werner Christl

Ioniq 5 von Hyundai im Test

26.11.2021 um 00:06, Werner Christl
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Nix Einheitsbrei! Der Hyundai Ioniq 5 fährt in mehrfacher Hinsicht eigenständig vor. Ein 800-Volt-Schnell­ladessystem, wie es Porsche oder Audi verwenden, hat der Ioniq 5 beispielsweise an Bord.

Die Koreaner machen mit dem Ioniq 5 ­einen ziemlichen Sprung in die Zukunft. Alleine das  kantige Design wirkt ganz schön futuristisch. Interessanterweise passt der Cw-Wert (0,288) trotzdem. Man ist da gleichauf mit der E-Konkurrenz.  Zudem ist man auch in Sachen Ladeschnelligkeit  ein Stück weiter als die Mitbewerber. Ein 800-Volt-Ladesystem erlaubt es, an einer 350-kW-Schnell­ladesäule in fünf Minuten 100 Kilometer Reichweite zu haben. Allerdings sind derar­tige Superlader nicht an jeder Ecke zu finden.

Zur Reich­weite: Wir hatten den großen Akku mit 72,6 kWh verbaut (alternativ gibt es die 58-kW-Batterie). Laut WLTP sollen es 480 Kilometer sein. Diesen Wert erreichten wir wie bei ­allen E-Auto-Tests nicht. Im Schnitt haben wir 20 bis 22 kWh verbraucht. Das ergibt eine Reichweite bei niedrigen Temperaturen von gut 350 Kilometern. In der Stadt sind ­sicher viel höhere Reichweiten möglich. Was der Ioniq 5 wirklich gut kann, ist die Rekupe­ration. Bei einer Bergabfahrt über acht Kilometer schafften wir es, 15 Kilometer Reichweite zu gewinnen. Die Rekuperation kann übrigens mit den Schaltpaddles eingestellt werden. Also, wie stark das Auto rekuperiert, wenn der Fahrer vom Gas geht. 

Cockpit. Sehr gut gefallen hat uns das Cockpit. Zwei riesige hochauflösende Screens ziehen sich quasi quer übers Armaturenbrett.  Die Menüführung ist gelungen – nur die Sitzheizung ist etwas kompliziert einzustellen. Etwas nörgeln müssen wir an der Sprachsteuerung, die besser funktionieren  könnte. 

Auffällig: Man kann auf den Beifahrersitz rüberrutschen, weil am Fahrzeugboden nichts verbaut ist. Und jetzt zum Highlight: Das Raumgefühl des 4,6 Meter langen Koreaners ist eine Wucht. Vor allem auch auf den Rücksitzen herrscht absolut keine Platznot. Gute Noten gibt es für die qualitative Materialanmutung. Da kennen wir E-Konkurrenten, die dagegen billig wirken. Und wie fährt er sich? Das Fahrwerk würden wir eher auf der komfortableren Seite sehen. Zuletzt noch ein Besonderheit, die gut zeigt, dass Hyundai in Richtung Zukunft marschiert. Mittels Adapter kann man alle erdenklichen Haushaltsgeräte am Ioniq 5 anschließen. So könnte man zukünftig (derzeit noch) theoretisch daheim gewonnene Solarenergie zwischenspeichern und dann wie­der rückspeisen! Preis: getestete Top Line 53.990 Euro.

Daten und Fakten:

Leistung: 218 PS 

Reichweite WLTP/Batterie: 480/72,6 kWh

Startpreis: ab EUR 45.990,–

Kofferraum: 531 bis 1.591 Liter

0–100 km/h: 7,4 Sekunden

 

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