Formel 1: So läuft ein Boxenstopp ab – Wir waren in der Alpine-Box zu Gast

Wer macht was in einer Formel 1 Box? Was macht das Serviceteam zwischen den Boxenstopps? Wie läuft ein Boxenstopp – von der Box aus gesehen ab? Wir waren während des Spielberg-GP in der Box von Alpine.
Autor: Werner Christl, 15.07.2022 um 09:23 Uhr

Die Lärmfrage

Formel 1 Boliden sind in der Regel extrem laut. 128 Dezibel schaffen die Dienstfahrzeuge von Alonso oder Ocon! Dieser Wert ist mit einem Kampfflugzeug einem Gewehrschuss zu vergleichen. Insofern machen Kopfhörer bzw. Gehörschutz doch Sinn. Trotzdem oder gerade deshalb ist es in einer Formel 1-Box relativ ruhig.

Wenn Alonso angekündigt wird

In einer Formel 1-Box wird nicht viel gequatscht. Alle Abläufe sind extrem professionell eingespielt. Ein Beispiel: Wird ein Alpine in der Box zum Reifenwechsel angekündigt, geschieht dies durch extrem kurze prägnante Kommandos. Dann bereitet sich das Team in wenigen Sekunden auf den Boxenstopp vor. Geredet wird hier untereinander in der Regel kaum. Jeder kennt genau seine Handgriffe. In wenigen Sekunden haben alle die Schutzhelme auf und stehen bereit. Kurz vor dem Eintreffen von Fernando Alonso geht dann das Serviceteam in Stellung. Diskussionen gibt es bei einem derart eingespielten Serviceteam ohnehin keine – jeder kennt seinen Platz und jeder kennt seine Handgriffe. Gut zwei Sekunden später ist alles vorbei. Der Alpine mit Alsonso fährt definitiv Vollgas los um die 80 km/h maximale Geschwindigkeit in der Boxengasse möglichst schnell zu erreichen. Wenn die Zeit gut war, wird abgeklatscht. Eine Minute später sitzt das Serviceteam wieder in der Box, sieht sich das Rennen an, fiebert mit und wartet auf den nächsten Einsatz.

Übung 

Auch wenn so ein Boxenstopp in zwei Sekunden wieder beendet ist – für die Crew ist das eine nervenaufreibende Sache. Hier darf ganz klar nix schief gehen. Dass so ein Boxenstopp unendliche Male geübt wird, ist klar. Sogar kurz vor dem Rennen schiebt die Boxencrew die Formel 1 Boliden einige Male per Hand zum Reifenwechsel und simuliert quasi als Trockenübung per Hand einen Boxenstopp. Die pneumatischen Werkzeuge des Serviceteams sind übrigens extrem laut und stehen dem Motorenlärm um nichts nach.

Pause?

Zwischen den Boxenstopps geht alles relativ ruhig über die Bühne. Da werden Fahrdaten geprüft, Temperaturen überwacht usw. Ja, man fiebert extrem mit, aber richtige Hektik kommt in der Regel nicht auf. Man ist ganz einfach konzentriert, aufeinander eingespielt. Das Team für den Reifenwechsel verfolgt den Grand Prix auf den Monitoren mit und ist dabei emotional bei der Sache. Da werden Hände vors Gesicht gehalten, hin und wieder gestöhnt und sehr oft springen die Techniker auf.

Wer macht was?

Viele Serviceleute – welche Aufgaben hat wer? Vorne und hinten gibt es sozusagen den Wagenheber. Dieser Techniker hebt den Formel 1-Rebber mit einem (eh klar!) Wagenheber an. Der Wagenheber sieht in etwa wie ein Staubsauger aus. Vier Mechaniker schrauben die Reifen ab. Wiederum vier Mechaniker sind alleine dazu da die Reifen abzunehmen und vier andere Mechaniker zuständig diese wieder draufzustecken. Die „Abnehmer“ haben spezielle Handschuhe, denn die Reifen sind extrem heiß. Zusätzlich gibt es noch „Personal. Um den Boliden zu stabilisieren und wenn notwendig kommen noch zwei Mechaniker ins Spiel, die den Frontflügel tauschen. Sobald der vordere “Wagenheber“ seitlich weggezogen wird, geht die Ampel auf Grün