Formel 1 2022: Neue Ära und neue Regeln

Regel Revolution? Das neue Reglement soll die Formel-1-Show noch cooler und spannender machen. Vor allem könnte die Kluft zwischen reichen und armen Teams verkleinert werden. Von Philipp Eitzinger und Werner Christl
Autor: Werner Christl, 09.03.2022 um 08:13 Uhr

Von einer neuen Ära in der Formel 1 kann man sprechen. Mit dem neuen Reglement soll die Formel 1 spannender werden. Wobei schon das letzte Saisonende mit dem nervenzerfetzenden Finale kaum zu über­bieten war. Mercedes hat Hamiltons Dienstwagen für 2022 aufgrund der vielen Regeländerungen zu 98 Prozent neu aufgebaut! Größere Reifen, Verbot hydraulischer Radaufhängungen, neue Budgetgrenzen, höheres Gewicht und ein ganzer Haufen aerodynamischer Vorschriften machten dies notwendig.

Max Verstappen

Er darf als Titelverteidiger mit der Nummer 1 am neuen Red-Bull-Boliden fahren. Dessen Designer Adrian Newey gilt als größtes F1-Superhirn der letzten 30 Jahre und hat bei umfassenden Regeländerungen bisher fast immer ein goldenes Händchen bewiesen.

 

Das neue Formel 1 Reglement

Ground Effect - Viele Luftleitelemente sind weg – nun sorgt der wie ein umgedrehter Flugzeugflügel geformte Unterboden für Anpressdruck. Folge: Höherer Speed in schnellen Kurven, katastrophales Handling in langsamen. Die Rundenzeiten werden 1 bis 2 Sekunden steigen. Folgen für den Reifenverschleiß? Wird man sehen...

Simplere Flügel

Die neue Form von Front- und vor allem Heckflügel minimiert die Luftverwirbelungen, die hinterherfahrenden Wagen den Anpressdruck nehmen. Dies soll dafür sorgen, dass es mehr direkte Positionskämpfe gibt.

Neue Reifen

Die Felgen wurden von 13 auf 18 Zoll vergrößert, die Pneus sollen dadurch ein breiteres optimales Temperaturfenster haben.

Budget-Obergrenze 

Der 2021 eingeführte Deckel wurde weiter verringert – von 130 auf 125 Mio. Euro pro Team. Davor hatten manche mit der dreifachen Summe operiert. Top-Personal (Fahrer, Designer) ist nicht inkludiert.

Motoren  

Die für 2022 geplante neue Motorenregel wurde auf 2026 verschoben – dafür wurde die Entwicklung der „Power Units“ bis dahin auf Eis gelegt.

Mercedes lässt den neuen F1-Boliden passend zur „Silbernen“ in der letzten Saison wieder in der Farbe Silber vorfahren. 18 Monate hat es gedauert, bis der Dienstwagen von Lewis Hamilton fertig war. Mit George Russell bekommt Sir Lewis einen schnellen neuen Teamkollegen!

Optisch sicher einer der schönsten Boliden im F1-Zirkus. Von Schönheit alleine kann aber Rennfahrer Charles Leclerc nicht leben. Ob das neue Reglement Ferrari wieder ganz nach vorne bringt, bleibt abzuwarten.