Elektroautos sind Mist? Auch E-Autos haben Gefühle...

Ich bin ein Elektroauto … 

… und das kotzt mich oft an. Deppert angeschnauzt werde ich praktisch immer mit Fragen wie: „Warum schaffst du keine riesige Reichweite? Bisserl teuer, nicht? Denkst du wirklich, dass sich das E-Auto durchsetzt? Was machst du mit deinen Batterien, in zehn Jahren?“ Echt jetzt! Da fahren meine Verbrennerfreunde staub­partikelnd und stinkend durch die Gegend, während irgendwo Kriege wegen Öl geführt werden und ganze Landstriche oder Meere mit Öl besudelt werden. An der Tankstelle werden die Autofahrer derzeit sowieso in finanzielle Geiselhaft von OPEC & Co genommen. Diesel-Motorschäden, Servicekosten für Öl und andere ­Wässerchen, gerissene Zahnriemen, Lärm – die Liste ist endlos!

Ein Wunderwuzzi bin ich bei Gott nicht, aber sicher auch keine Übergangs-­Zukunfts-Flatulenz. Wobei ich meine Lenker durchaus verstehe, wenn ihnen mit 30 Kilometer Restreichweite der Angstschweiß auf der Stirn steht,  die Suche nach der Ladestationen aggressiv macht oder wenn sie frierend die E-Heizung abschalten, um einige Kilometer weiter zu kommen. Allerdings: Man muss mich nicht kaufen!  Und ich passe wohl nicht zu jedem, weil ich eben auch ganz klar nicht makellos bin. Aber bitte setzt euch zuerst einmal in mich rein und mit mir auseinander, bevor ihr auf mich mit dem Elektrohammer losgeht. Wer möchte, kann auch gerne auf den Wasserstoffkollegen bis in die 2030er warten. Die Dinger sind im Übrigen eigentlich auch E-Autos!

Autor: Werner Christl, 25.11.2021