BMW baut pro Jahr 620.000 E-Motoren im „Megawerk Steyr“

Seit gut 40 Jahren baut das BMW-Werk in Steyr Diesel- und Benziner-Motoren und ist damit das größte Motorenwerk der BMW-Group weltweit. Eine Million Verbrenner wurden bisher pro Jahr in der oberösterreichischen Autostadt-Steyr erzeugt. In Zukunft wird auf E-Motoren gesetzt. 620.000 von diesen E-Maschinen werden bald pro Jahr die Fließbänder verlassen. Benziner und Diesel werden vorerst parallel weiter gebaut.
Autor: Werner Christl, 20.06.2022 um 13:48 Uhr

Jeden Tag 1.800 Motoren

Pro Tag werden in einigen Jahren 1.800 E-Motoren das Werk in Steyr verlassen! Man kann ruhig von einer enorm wichtigen Investition in die Zukunft sprechen. Schließlich wird eine Milliarde Euro in den nächsten Jahren in den Neubau einer Produktionsstätte in Steyr gepumpt. 60.000 Quadratmeter groß wird das neue Areal. Und: in Steyr werden zukünftig nicht nur Elektromotoren gebaut, sondern auch entwickelt.  Wobei es nicht ganz klar war, ob Steyr und kein anderen Standort diesen „Auftrag“ an Land ziehen kann. „Wir hatten schon vor etwa eineinhalb Jahren die ersten Gespräche mit BMW“, so der oberösterreichisches Landeshauptmann Thomas Stelzer, der gemeinsam mit Bundeskanzler Karl Nehammer und Vizekanzler Werner Kogler beim „Spatenstich“ dabei war. Dass es nun doch geklappt hat, dürfte mit den guten Voraussetzungen in Sachen Mitarbeitern zusammenhängen. Auch die geplante neue Technik-Uni war sicher mit ein Grund. Ohne technisch gut ausgebildete Arbeitskräfte baut niemand ein Motorenwerk. Darüber hinaus werden wohl auch Förderungen fließen, über die Höhe wird aber noch geschwiegen.

Arbeitsplätze gesichert

Derzeit ist es ja nicht unbedingt so, dass Verbrenner eine rosige Zukunft haben. Als Hersteller von Benzinern und Dieselaggregaten war es klar, dass irgendwann die Zeit kommt, in der die Nachfrage sinkt. Heißt: Hätte das BMW-Werk Steyr weiter nur auf Verbrennungsmotoren gesetzt, hätte das mit Sicherheit Arbeitsplätze gekostet. Alexander Susanek, Geschäftsführer BMW Group Steyr: „Dieser Schritt ist ohne Frage der wichtigste Meilenstein seit der Grundsteinlegung 1979. Bis 2030 wird rund die Hälfte unserer 4.400 Beschäftigten im Bereich der Elektromobilität tätig sein.“ Durch die Neuorientierung können also alle Arbeitsplätze erhalten werden. Geplant ist eine teilweise Umschulung auf E-Motoren und das die Hälfte der gesamten Mitarbeiter in der E-Motor-Herstellung tätig sein wird.  Derzeit laufen schon die Vorbereitungen für den Neubau. Schon 2025 werden die ersten Elektroantriebe in Steyr vom Band laufen.