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Viele Vespa-Fahrer vor dem Kolosseum im Rom
Alle Wege führen nach Rom: Tausende Fans aus aller Welt machten die Stadt zum Vespa-Mekka.
Alle Wege führen nach Rom: Tausende Fans aus aller Welt machten die Stadt zum Vespa-Mekka.
Piaggio/Vespa

80 Jahre Vespa: Rom im Rollerfieber

29.06.2026 um 11:34, Rudolf Grüner
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25.000 Vespas, Fans aus 67 Nationen und eine Stadt im Ausnahmezustand: Rom feierte den 80. Geburtstag der Kultmarke mit einer einzigartigen Parade.

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Das hat sich vor den Mauern des ruhmreichen Kolosseums so wohl noch nicht abgespielt: Ein Steirer in Lederhose düst mit seiner Vespa am Amphitheater vorbei, am Rücksitz flattert das Dirndl seiner Sozia in der brütenden Hitze.

Und sie sind nicht die einzigen Exoten, die das Herz der ehemaligen Welthauptstadt motorisiert in Beschlag nehmen. Denn die Stadt am Tiber kocht an diesem letzten Junisonntag. Und das nicht nur wegen der tropischen Temperaturen. Neben den traditionsbewussten Steirern kurven 25.000 weitere "Vespisti", darunter sehr viele Österreicher aus allen Ecken des Landes, durchs antike Herz der Stadt: hupend, winkend, fotografierend – und vor allem breit grinsend.

Welttreffen in der Weltstadt

Zigtausende weitere Besucher tauchen hinter jeder Kurve auf und feiern die Kultmarke Vespa. Vor 80 Jahren rollte mit der Vespa 98 das erste Modell auf Italiens Straßen. Grund genug, dass Fans aus 67 Ländern ein ganzes Wochenende lang nach Rom pilgerten, um gemeinsam Geschichte zu feiern.

Und dieser Korso hatte es in sich: Vom Start bei den Caracalla-Thermen ging es vorbei am Kolosseum, über die Piazza Venezia, rund um das monumentale Vittoriano bis entlang der Via dei Fori Imperiali. Angeführt wurde der Tross von den Präsidenten der Vespa-Clubs aller 67 vertretenen Nationen, den offiziellen Startschuss gab Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri. Tausende Zuschauer säumten die Straßen, applaudierten, zückten ihre Smartphones und verwandelten die Parade in ein rollendes Volksfest.

Zeitreise durch acht Jahrzehnte

Das wohl Sehenswerteste daran: Die Parade geriet zu einer Zeitreise auf zwei Rädern. Mehr als 160 Vespa-Modelle aus acht Jahrzehnten fuhren Seite an Seite, darunter auch liebevoll gepflegte Oldtimer aus dem Gründungsjahr. Fans versammelten sich auch um die legendären Faro-Basso-, VBB-, Rally- und PX-Baureihen ebenso wie um aktuelle Primavera- und GTS-Modelle.

Treffpunkt: Vespa-Village

Dabei wurde das Geburtstagsfest bereits zwei Tage zuvor "eingehupt": Rund um das Foro Italico entstand mit dem Vespa Village eine eigene Erlebniswelt für Fans der italienischen Kultmarke. Tausende Vespa-Fahrer strömten zum Treffpunkt, stellten ihre liebevoll gepflegten Fahrzeuge Seite an Seite ab und verwandelten das Viertel in eine rollende Freiluftausstellung.

Das Gelände mutierte zugleich zu einer bildstarken Ausstellungsarena. Historische Fotografien machten deutlich, dass die Vespa längst weit mehr ist als nur ein Motorroller. Wer durch die Ausstellung schlenderte, bekam ein Gefühl dafür, wie die italienische Ikone im Laufe der Jahrzehnte immer neue Bedeutungen dazugewinnen konnte: als Filmstar, Designklassiker, Sinnbild für Freiheit oder als Inbegriff des Dolce Vita.

Für Sammler: Kultige Sonderedition

Auch Sammler kamen auf ihre Kosten. Piaggio präsentierte am Tiber mit der Vespa Edizione Ottantesimo das offizielle Jubiläumsmodell. Das „Geburtstagskind“ ist – passend zu seinem Entstehungsjahr – weltweit auf 1.946 nummerierte Exemplare limitiert. Mit ihrer klassischen, selbsttragenden Stahlkarosserie schlägt die Sonderedition einmal mehr die Brücke zwischen Tradition und Moderne. Ein Konzept, das Hardcore-Fans bereits vor Ort überzeugt haben dürfte. Zeitweise standen Vespa-Maniacs Schlange, um einen Blick auf das neue Highlight der Marke zu werfen.

Jubiläums-Vespa in grau-grün steht im strahlenden Sonnenschein
Kult für Sammler: Die Jubiläumsedition zum 80. Geburtstag der Vespa.

Wettbewerbsgeist

Bewiesen wurde auch, dass Vespa-Fahren weit mehr ist als gemütliches Cruisen. Bei der "European Vespa Rally Championship" navigierten die Teilnehmer per Roadbook über anspruchsvolle Wertungsstrecken. Parallel bewiesen Fahrerinnen und Fahrer bei der Gymkhana-Weltmeisterschaft auf eng gesteckten Parcours jede Menge Balance, Präzision und Fahrgefühl.

Wer gerade keine Stoppuhr im Blick hatte, ließ sich durchs Vespa Village treiben: mit viel Live-Musik, DJs, weiteren historischen Ausstellungsstücken, der aktuellen Modellpalette und sehr viel "Merch".  

Eine Legende lebt weiter

Nach drei Tagen bleibt vor allem eines hängen: Die Vespa ist weit mehr als ein Fortbewegungsmittel. Sie verbindet Generationen, Kulturen und Menschen. Dass dafür 25.000 Roller aus 67 Ländern nach Rom reisen, sagt eigentlich alles.

Und das Jubiläumsjahr endet keineswegs mit dem großen Korso in der italienischen Hauptstadt. Auch in Österreich wird der 80. Geburtstag der Vespa mit Ausfahrten, Treffen und zahlreichen Aktionen weit über den Sommer hinaus gefeiert. 

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