Wohntrends 2022

Maximalismus statt Minimalismus. In punkto Einrichtung zählen Funktionalität, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit mehr als nur die Optik, denn mittlerweile sollte unser Zuhause mehr als nur „vorzeigbar“ sein.
Autor: Violeta Danicic, 02.03.2022 um 09:16 Uhr

Schluss mit cleanem, sterilem Minimalismus. Der Wohntrend in diesem Jahr bewegt sich mit großen Schritten hin zum Maximalismus. Multifunktionalität und modulare Möbel stehen dabei im Fokus. Denn es ist nicht mehr nur ein Ort zum Leben, sondern auch zum Arbeiten, für das Fitness-Work-out und um Familie und Freunde zu empfangen. Wir haben noch nie so viel von unserem Zuhause erwartet, da wir mehr als nur unsere Freizeit darin verbringen mussten.

Komfortable, multifunktionale und gemütliche Einrichtungsgegenstände laufen den reduzierten und oftmals puristischen Möbeln den Rang ab. Ein wenig mehr Fantasie und Farbe lassen den tristen Alltag schnell vergessen – mit teils verrückten, skurrilen sowie schrägen Möbeln und Objekten, die vor Selbstbewusstsein und Spaß nur so strotzen. Bislang sorgten die beliebten Pastelltöne für eine gewisse Sanftheit, doch jetzt ist definitiv die Zeit gekommen für lautere Töne.

Wandelbar

Der Trend zur Modularität hat auch in die Welt der Möbel Einzug gehalten. Unsere Lebens- und Arbeitsweise wird immer flexibler und dadurch werden es auch unsere Möbel. Mit ihrer Funktionalität und Flexibilität bieten uns modulare Möbel die Freiheit, unsere Umgebung unseren Bedürfnissen anzupassen – sei es im beruflichen oder privaten Kontext. Damit wird die Flexibilität ermöglicht, Möbel nach einem sich ändernden Wohnbedürfnis praktisch und problemlos zu adaptieren.

Regale sollen so die Möglichkeit offenlassen, sie hoch oder quer zu verwenden, an die Wand zu schrauben oder frei im Raum stehen zu lassen, sie beliebig zu erweitern oder zu verkleinern. Praktisch ist es übrigens auch, wenn sich das Wandregal im Handumdrehen in einen Schreibtisch verwandeln lässt. Auch modulare Sitzgruppen, Schranksysteme und Küchenelemente bieten die nötige Freiheit, flexibel im Wohnraum ausgerichtet zu werden.

Essberich

Blickfang

Weiterhin im Trend bleiben Solitär-Möbel, die als Blickfang einen ganz besonderen Platz im Wohnraum einnehmen. Damit wird dem Zeitgeist der individuellen Wohlfühl- Einrichtung sowie der Abgrenzung zu Einheitslooks entsprochen. Die besonderen Lieblingsstücke punkten mit intensiven Farben, edlen Materialien oder skulpturalen Formen.

Ultralokal

Der Gegentrend zur Globalisierung zeigt sich auch in der Möbelindustrie: Ultralokal und regional sind die neuen Stichworte – das „Slow Furniture Movement“ ist Treiber für den Wohntrend FurNEARture. Lokal gefertigte Möbel aus regionalen Materialien sind zunehmend gefragt. Hier punkten heimische Produktionen mit regionalen Rohstoffen. Aber auch in puncto Lebensdauer sind langlebige Möbel gefragt.

Neben der Funktionalität und Wandlungsfähigkeit wird nun auch auf die Langlebigkeit gesetzt. Entscheidend für Langlebig- und somit Nachhaltigkeit ist natürlich auch die entsprechende Qualität bei Verarbeitung und Material. Erzeugnisse aus Naturmaterialien, nachwachsenden und recycelten Rohstoffen stehen somit ganz oben auf der Wunschliste für zukunftsorientierte Verbraucher.

 

Kleine Küche ganz groß.

Was kommt – was bleibt.

Die Küche wird auf ihre Ursprungsfunktion zurückgeworfen und erlebt eine Art Renaissance – als Conscious Kitchen, als Ort, der uns ernährt, an dem wir uns wohlfühlen und Zeit verbringen. Vom Design bis zu unseren veränderten Ansprüchen an die Funktionalität, vom Kochen bis zur Sauberkeit, von unserer Stimmung bis zum fertigen Dinner – auf all diesen Ebenen wandelt sich die Küche, erhält mehr Aufmerksamkeit und mehr bewusste Wertschätzung von ihren Nutzern.

Farbvielfalt

Freunde von dunklen und weißen Küchen dürfen sich freuen, denn die bestimmen auch 2022 das Bild. Kleine Farbtupfer sind aber durchaus erlaubt. Auffällig: Fast alle Hersteller haben neue Grüntöne im Programm. Grün ist die Farbe der Natur und bringt eine frische Stimmung und harmonische Natürlichkeit selbst in die kleinste Küche. Gerade die dunklen Töne der grünen Farb reihe, zum Beispiel tiefes Waldgrün, glänzen mit ihrer natürlichen Eleganz und sind eine perfekte Wahl für individuelle Planungen. Besonders markant wird es, wenn man Arbeitsplatte und Nische bewusst als Kontrast plant, zum Beispiel in strahlendem weißem Marmordekor.

Kombiniert mit aktuellen Holzdekoren sorgen sie für einen natürlichen, behaglichen Look, sie funktionieren aber auch solo. Neben dem strengen Schwarz und Grau erobern wärmere Nuancen wie zum Beispiel Ocker oder Cognac die Küche, auch Pastelltöne feiern 2022 ihr Comeback. Erdige Farben, wie etwa Curryoder Brauntöne, erhöhen den Wohlfühlfaktor in Küche und Wohnbereich. Küche und Essplätze bilden weiterhin den elementaren Mittelpunkt und damit einen Kraftplatz für Begegnungen – mit gemütlichen Essgruppen, die die Farb vielfalt widerspiegeln und zum langen Verweilen animieren.

Auf Knopfdruck.

Via Tablet oder Handy das Licht, den Backofen oder die Musik zu bedienen, ist nichts Neues. Smarte Anwendungen kommenschon lange zum Einsatz und werden immer vielfältiger, verlässlicher, einfacher in Handhabung sowie Bedienung und können immer genauer auf die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner abgestimmt werden. Immer häufiger werden sie auch gleich in die Architektur integriert: Ob antizipierende und energieoptimierende Steuerung der Raumluft, innovative Bedienung der Heizanlage, smarte Haussicherung per Knopfdruck oder intuitiv regelbare Beschattung. Eines haben diese High-tech-Anwendungen gemeinsam: Den Bewohnern das Leben zu erleichtern und die Wohnqualität zu steigern.

 

Badezimmer von Holter