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Vitamin D
Vitamin D
evgeny atamanenko / iStock / Getty Images Plus

Unsere Dosis Sonne

09.02.2026 um 09:26, Magdalena M. Fuchs
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Gesunde Menschen nehmen über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung grundsätzlich ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu sich.

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Gesundheit und Wohl­befinden hängen nicht nur von der medizinischen Versorgung, sondern maßgeblich auch von unserer Umwelt und der individuellen Lebensweise ab. Entscheidend ist es, darauf zu achten, dass der Körper alle Stoffe erhält, die er zum Leben und Überleben braucht. Viele Werte sind jedoch individuell zu beachten und Vitamin D ist einer davon. Schon in der Schule lernt man, dass die Sonne an erster Stelle als Vitamin-D-Tankstelle steht. Cholecalciferol, also Vitamin D3, ist das am besten erforschte und für das Immunsystem wichtigste Vitamin. Das Vitamin ist fettlöslich und wirkt im Körper wie ein Hormon. Es unterstützt insbesondere die Aufnahme von ­Kalzium und Phosphat, sorgt so für ­gesunde Knochen und Muskeln, ein Mangel zeichnet sich ebenda ab. Laut Faktenblatt der National Institutes of Health werden Substanzen als gezielte Supplementierung bei Mangelzuständen empfohlen. 

Sonnenhormon.

Dank des medizinischen Fortschritts können heute ­viele Krankheitssymptome sehr gut behandelt werden. Es ist daher an der Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen und zu untersuchen, was eine Krankheit auslöst. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Erkenntnis, dass der Mensch ­heute nicht mehr zeitgemäß lebt. Die Er­rungenschaften der Zivilisation haben seinen Lebensstil so verändert, dass dem Körper viele natürliche Ressourcen fehlen, die er braucht, um optimal zu funktionieren. Eine dieser verloren gegangenen Gesundheitsquellen ist Vitamin D – ein Vitamin, das ganz natürlich entsteht, wenn Sonnenstrahlen auf unsere Haut treffen. Da wir uns heute jedoch weniger oft im ­Freien aufhalten – und wenn, dann schützen wir unsere Haut vor jedem Sonnenstrahl –, leiden immer mehr Menschen unter Vitamin-D-Mangel. In der Folge kommt es zu Störungen im Zellstoffwechsel, die Organe arbeiten nur noch eingeschränkt und es können zahl­reiche Krankheiten entstehen – von Infektionen über Allergien und Diabetes bis hin zu Krebs und Herzinfarkt. Selbst Ärzt:innen wissen oft wenig über ­diese Zusammenhänge Bescheid. 

D-Tröpfchen. Vitamin  D in Tropfenform ist ideal für die ­Supplementierung, gut verfügbar und kosten­günstig. Im besten Fall wird auf ihren natür­lichen Ursprung geachtet.

Erhöhte Effektivität.

Wird Vitamin D in der üblichen täglichen Dosis von 4.000 bis 5.000 IU (International Unit) oder mehr verabreicht, zirkuliert es in seiner freien Form, steht allen Zellen zur Verfügung und hat somit einen signifikanten Einfluss auf alle Krankheitsprozesse. Wegen der kurzen Halbwertszeit des Vitamins im Blut von 24 Stunden ist eine tägliche Zufuhr deutlich effek­tiver als eine Gabe im Abstand von einer Woche oder gar einem Monat. Mit anderen Worten: Ein Großteil der präventiven und therapeutischen Wirkungen des Sonnenhormons ist auf das freie Vitamin D zurückzuführen, dessen Konzentration im Blut sich innerhalb eines Tages halbiert. Deshalb ist die tägliche Gabe von ­Vitamin D so wichtig, um das volle Wirkungsspektrum zu erhalten.

Kraftquelle. Vitamin D ist kein gewöhnlicher Mikronährstoff, sondern die Vorstufe eines Hormons. Allein das legt nahe, dass unsere Nahrung keine großen Mengen davon enthalten kann.

Vitamin-D-Mangel.

Zur Stärkung des Immunsystems werden häufig Mikronährstoffe wie Vitamine ins Spiel gebracht. Pflanzliche Produkte, etwa in Form natürlicher Lebensmittel oder Hausmittel, stehen ebenso hoch im Kurs wie spezielle Immunkuren und Nahrungsergänzungen für das Immunsystem. ­Vitamin D ist wichtig – aber keine Allzweck-Pille und die Wirkung hängt stark vom individuellen ­Status ab. Es ist darauf zu achten, nicht ohne ärztliche Beratung zu Supplementen zu greifen. Die obere ­Grenze liegt für Erwachsene bei ca. 4.000  IU/Tag (≈ 100 µg), eine Überdosierung kann Folgen haben. Wenn der Spiegel bereits gut ist, bringen höhere Dosen vermutlich wenig Mehrwert. Studien zeigen den großen Vorteil vor allem bei Mangel­zuständen.
 

Ölhaltige Nahrung.

Sowohl bei öligen als auch bei anderen Präparaten ist die Einnahme zu einer fettreichen Mahlzeit zu empfehlen, um eine optimale Aufnahme im Darm zu erreichen. Durch Expert:innen ist bekannt, dass Vitamin D bei der Einnahme eine Portion Fett benötigt, um im Darm die allgemeine Fettresorption anzustoßen – unabhängig davon, ob das Präparat auf öliger Basis hergestellt ist oder nicht. Wer also – dem Trend der „Low Fat“-Diäten folgend – kaum Fette zu sich nimmt, riskiert eine eingeschränkte Aufnahme nicht nur des Sonnenhormons, sondern auch weiterer fettlöslicher Vitamine aus dem Darm.
 

Kraftmacher. Beliebte Superfoods sind Aronia, Ingwer und Kurkuma, aber auch einheimische Lebensmittel wie Blaubeeren oder Schwarze Johannisbeeren.

Gut und günstig gekauft.

Vitamin-­D-Präparate sind mittlerweile fast überall erhältlich, ob in der ­Drogerie, in der Apotheke oder im Onlinehandel. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Qualität des Produkts einwandfrei ist. Die Herstellungsprozesse sowie die Grundsubstanz, meist Lanolin oder Flechten, sollten in jedem Fall vom Hersteller angegeben werden. Präparate, die in Fernost hergestellt und auf großen Online-Plattformen angeboten ­werden, sind mit Vorsicht zu genießen. Herkunft und Inhaltsstoffe zu vergleichen und Expert:innen zu Rate zu ziehen, ist in jedem Fall empfehlenswert. Besonders gut eignet sich in MCT-Öl ge­löstes Vitamin D – es kann praktisch dosiert zum Beispiel dem Salat­dressing beigemengt werden.
 

Superfoods.

Nicht nur exotische Früchte wie Açaí- oder Goji-Beeren sind Superfoods. Auch bei uns vor der Haustür wachsen Superfoods wie Grünkohl, Brokkoli, Heidelbeeren und Holunder. Und super sind sie, weil sie uns viele Mikronährstoffe ­liefern oder auch ernährungsphysio­logisch bedeutsame sekundäre Pflanzenstoffe beinhalten, etwa Flavonoide, Carotinoide oder Glucosinolate. Inwieweit solche bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffe das Immunsystem tatsächlich stärken können, muss wissenschaftlich noch geklärt werden. 
 

Küssen stärkt das Immunsystem

Einnahme.

Die natürlichste Form, seinen Vitamin-D-Spiegel auf Stand zu bringen oder zu halten, ist die durch UVB-Strahlung induzierte Vitamin-D-Synthese auf der Haut. Doch was tun, wenn im europäischen Winter zwischen Oktober und März keine Zeit bleibt, um auf der Südhalbkugel – vielleicht in Buenos Aires – zu überwintern? Dann hilft die orale Einnahme eines Ergänzungspräparats. Grundsätzlich ist es irrelevant, ob die individuell benötigte Menge als Kapsel, Tablette oder in einer öligen Lösung zugeführt wird. Für Menschen mit nachge­wiesenem Vitamin-D-Mangel oder erhöhtem Risiko – etwa ältere ­Personen, Menschen mit dunklerer Haut oder Personen, die wenig ­Sonnenlicht abbekommen – kann ein Supplement sinnvoll sein. Dabei lohnt es sich, auf Vitamin D3 (Cholecalciferol) zu achten, da Studien zeigen, dass es den Vitamin-D-­Spiegel wirksamer erhöht als D2. Grundsätzlich sollte gelten: Erst messen, dann gezielt ergänzen: Sehr hohe Dosierungen sollten ärztlich begleitet und auf Basis des individuellen Vitamin-D-Status eingenommen werden. Für den Alltag gilt: Eine solide Basis schaffen, realistische Erwartungen haben und keine Wunderwirkung erwarten.

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