Rosige Zeiten mit Karl Ploberger

Rosen stehen seit Jahrzehnten auf der Beliebtheitsskala der Gartenbesitzer ganz oben. Das war jedoch nicht immer so. In den 1970er und 1980er Jahren erlebten sie ihren Niedergang wegen Frust und Enttäuschung der Gartenfreunde durch viele Krankheiten, mangelnden Duft sowie ungenügende Haltbarkeit.
Autor: Violeta Danicic, 14.06.2022 um 09:34 Uhr

Da kam der „Stern“ am Rosenhimmel: David Austin. Er schaffte es mit seinen Züchtungen, den Charme der alten Rosen mit ihren vielen dicht gefüllten Blütenblättern, dem betörenden Duft und der Robustheit mit der mehrmaligen Blüte der Edelrosen zu kombinieren. Mit ’ Graham Thomas’ und ’Mary Rose’ erblühten die ersten sogenannten „Englischen Rosen“. An die 400 Sorten gibt es mittlerweile, etwa 150 davon – so sagen Experten – sind auch für unser Klima in Österreich hervorragend geeignet. Die gelbe ’Graham Thomas’ und die rosa blühende ’Mary Rose’ gehören dazu.

Gesunde Rosen

Gleichzeitig begann aber auch bei den großen Rosenzüchtern in Deutschland und Frankreich das Umdenken: Nicht die große, elegante, aber kaum duftende Blüte an einem Rosenstock mit krankem Laub ist das Zuchtziel Nummer eins, sondern die Gesundheit der Rose und ihr Duft.

 

Rote Rosen

Gütesiegel

Eine Marke, die seit einigen Jahren zum Symbol für die „innere Qualität“ einer Rose geworden ist, ist die „ Allgemeine Deutsche Rosenprüfung“ (kurz „ADR-Prüfung“). In Österreich beteiligt sich seit vielen Jahren das Rosarium Baden mit gleichlautenden Kriterien als „Österreichische Rosenprüfung“ (kurz „ÖRP“) oder auch als der TÜV der Rosen.

Aussagekräftig

In elf Rosengärten in Deutschland werden die Rosen drei Jahre lang auf Herz und Nieren oder besser auf Blüte und Wurzel geprüft. Einer der Schwerpunkte ist: Wie krankheitsresistent ist die Rose? Erreicht sie am Ende der dreijährigen Testphase eine bestimmte Punkteanzahl, dann gibt es die ADR-Auszeichnung. 172 Rosen haben sie derzeit. Manche verlieren sie auch wieder, weil Rosen im Laufe der Zeit degenerieren und damit nicht mehr die geforderten Kriterien erfüllen.

Pompon de Paris

7 SCHRITTE ZU SCHÖNEN ROSEN

1. Rosen an die sonnigste, gleichzeitig luftige Stelle des Gartens setzen.
Rosen im Topf können auch jetzt – voll blühend – gepflanzt werden.

2. Lehmige Erde ist für Rosen die beste – Kompost, Sand und
Hornspäne einarbeiten. Boden tiefgründig lockern. Spezielle
Rosenerde einarbeiten, wenn kein Kompost vorhanden ist.

3. Niemals Rosen setzen, wo Rosen standen. Mindestens
fünf, besser sieben Jahre sollten Pause sein oder man
tauscht die Erde großzügig aus.

4. Auf die Sorte achten – „ADR“ ist ein Zeichen für „innere Qualität“,
besonders robust sind die sog. Bodendecker-Rosen.

Ein Meer aus Rosen


5. Schädlinge sanft bekämpfen: Läuse mit Schmierseifenwasser,
bei Blattrollwespen Blätter entfernen. Sterben
Triebspitzen ab, ist der Triebbohrer aktiv – bis ins gesunde
Holz zurückschneiden.

6. Krankheiten (Rosenrost und Sternrußtau) vorbeugend
behandeln: Richtig düngen, Blätter mit Schachtelhalmtee
oder anderen stärkenden Substanzen übersprühen.
Abgefallene Blätter entfernen.

7. Richtig schneiden: Mehrmals blühende Rosen auf das erste
voll entwickelte Blatt mit Außenauge schneiden. Alte
Rosen und Wildrosen, die nur einmal blühen, nicht schneiden
– die Hagebutten sind die Blüten des Herbstes.