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Helene Deisenhammer
Helene Deisenhammer
Robert Maybach

Gestaltung jenseits des Moments

19.02.2026 um 09:16, Johanna Lengauer
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Geradlinig, zeitgemäß, stilsicher. Mit feinem Gespür und klarem Blick übersetzt die ­smarte Linzerin Identität in Räume und Marken.

Gestaltung zieht sich wie ein roter Faden durch Ihr Leben: Seit über 32 Jahren sind Sie im Design zu Hause. Wie hat sich Ihr Blick auf Ihr Schaffen verändert?    
Gestaltung ist mein Leben seit meinem 17. Lebensjahr. Sie durchzieht alles, was ich tue und wie ich wahrnehme. Was ich beruflich gestalte, entsteht nicht losgelöst, sondern ist Ausdruck meiner Erfahrung, Neugier und meiner Art zu sehen und zu denken. Meine Arbeit ist keine Rolle, sondern meine Berufung und sie spiegelt sich in allen Bereichen meines Lebens wider – in meinem Umfeld, meinen Begegnungen und meinen Entscheidungen. Ich habe früh ver­standen, dass Gestaltung weit über Form und Stil hinausgeht. Als Mode­designerin habe ich gelernt, wie stark Ausdruck, Material und Bewegung wirken. Später, im Raum und in der Marke, kamen Struktur, Funktion und Identität hinzu. Heute sehe ich mein Schaffen als eine Übersetzung von Werten in Wahrnehmung und von Intuition in Form. Es geht mir nicht um das, was gefällt, sondern um das, was bleibt.

Für wen gestalten Sie Räume, und welcher Anspruch leitet Sie?    
Für alle, die Räume nicht nur nutzen, sondern erleben wollen – für Privatpersonen, die ein Zuhause mit Charakter suchen, sowie für Unternehmer:innen, die Arbeitsbereiche, Praxen, Lokale oder Shops neu denken. Zudem für Architekt:innen, die eine Partnerin auf Augenhöhe suchen, um Atmosphäre und Identität in Projekte zu integrieren.

Was unterscheidet Ihre Arbeit von klassischer Inneneinrichtung?    
Inneneinrichtung richtet ein – ich gestalte. Bei mir geht es nicht nur um Möbel, sondern um die Wirkung selbst.  Den Raumfluss, die Materialität, alles rund ums Thema „Farbe, Stil, Licht“ und die Stimmung. Ein Raum soll spürbar machen, wer darin lebt oder arbeitet und genau das entsteht durch ein klares Gestaltungskonzept. 
 

IM ELEMENT. Für Helene Deisenhammer entsteht Gestaltung im Spannungsfeld von Intuition und Klarheit.


Interior-Projekte beginnen mit ...   
... genauem Hinschauen und Zuhören. Form entsteht aus Verstehen. Ich erfasse alle Bedürfnisse, Routinen sowie Kund:innenwünsche und verdichte diese Eindrücke dann zu einem Konzept – einer klaren Idee, welche Material, Farbe, Stil, Form und Licht mit­einander verbindet. Erst danach folgen Auswahl, Planung und Umsetzung. 

Wie übersetzen Sie Persönlichkeit in Räume, und welche Wirkung hat diese Gestaltung im Alltag?    
Indem ich herausfiltere, was mein Gegenüber ausmacht – Werte und Bedürfnisse, Tempo und Vorlieben. Persönlichkeit zeigt sich für mich nicht in Dekoration, sondern in Klarheit, wie etwa in der Frage, welche Atmosphäre zu einem Menschen passt, welche Materialien seine Geschichte tragen und welche Form seinen Alltag stärkt. Ein gut gestalteter Raum ordnet, beruhigt, inspiriert, nimmt die Reibung aus Abläufen, schafft Orientierung und stärkt das Gefühl von Zuhause oder Zugehörigkeit. Gestaltung verändert also unser Verhalten – leise, aber konsequent.
 


Ihre Arbeit reicht über den Raum hinaus in den Bereich der Marke. Da Branding oft auf ein Logo reduziert wird: Wie definieren Sie persönlich Markengestaltung?    
Logos sind Zeichen, Marken ein Charakter. Ein Logo fasst zusammen, eine Marke erzählt weiter. Deshalb gestalte ich nicht nur das Erscheinungsbild, sondern eine Identität, die sich in Bildwelt, Tonalität, Farbklima, räumlicher Präsenz und visueller Sprache zeigt. Für mich beginnt Branding nicht bei der Form, sondern beim Inhalt.

Wer passt daher ideal zu Ihnen?    
Unternehmen, die Wert auf Ästhetik und Wirkung legen, Menschen, die mitgestalten, aber zugleich loslassen wollen und Marken, die keine Effekte suchen, sondern eine Sprache, die zu ihnen passt – charaktervoll und zeit­gemäß. Genau das ist der ideale Fit! v

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