Lawinengefahr bleibt heikel: Warnstufe in Tirol erhöht
Inhalt
- Bundesheer am Samstag im Einsatz
- Warnung des Lawinenwarndienstes
- Gefahr in allen Landesteilen
- Situation in Salzburg "bleibt sehr heikel"
Im Tiroler Skigebiet von Serfaus (Bezirk Landeck) ist am Samstagvormittag kurz nach 10.00 Uhr eine Lawine im Bereich Untermotz im freien Gelände niedergegangen. Laut Augenzeugen wurde eine Person verschüttet. Nach rund 30-minütiger Suche konnte die Person geborgen werden. Sie befand sich im kritischen Zustand, die Rettungskräfte mussten eine Reanimation durchführen.
Näheres ist vorerst nicht bekannt, gab die Polizei auf APA-Nachfrage bekannt. Auch in Kolsassberg (Bezirk Innsbruck-Land) kam es am Samstagvormittag zu einem Lawinenabgang, wie die Polizei einen Online-Bericht der "Tiroler Tageszeitung" auf APA-Nachfrage bestätigte. Ein Sucheinsatz wurde gestartet, der Rettungshubschrauber musste aufgrund des schlechten Wetters umdrehen, hieß es in dem Bericht. Die Bergrettung ist nun am Weg zum Einsatzort. Ob es Verschüttete gibt, stand vorerst nicht fest, teilte die Polizei mit.
Die Lawinengefahr in Tirol ist weiterhin extrem angespannt und wurde am Samstag abermals erhöht. Experten warnen eindringlich vor Fahrten im freien Gelände. Bereits am Freitag waren vier Personen durch Schneebretter in Tirol gestorben. Bei insgesamt 33 Einsätzen mussten auch zahlreiche Verletzte versorgt werden. Nach Anforderung der Landeswarnzentrale Tirol ist auch das Bundesheer Samstagfrüh zum Assistenzeinsatz für die Unterstützung der örtlichen Lawinenkommission ausgerückt.
Bundesheer am Samstag im Einsatz
Der Einsatz sei derzeit für Samstag bis 18.00 Uhr geplant, teilte das Bundesministerium für Landesverteidigung in einer Presseaussendung mit. Vorgesehen seien Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung sowie Personentransporte der Bergrettung, die in weiterer Folge Lawinensprengungen und Windenbergungen durchführen soll. Der Hubschrauber AW169 verfüge über moderne Avionik, leistungsstarke Sensorik und eine Rettungswinde und eigne sich daher besonders für Einsätze im hochalpinen Gelände, hieß es.
Warnung des Lawinenwarndienstes
Am Samstagvormittag mahnte der Lawinenwarndienst Tirol nochmals eindringlich per Presseaussendung vor der aktuellen Wettersituation. Wintersportler könnten sehr leicht Lawinen auslösen. Die Gefahrenstellen seien zahlreich, sogar unterhalb der Waldgrenze. Es seien weiterhin Schneebretter zu erwarten, die wie am Freitag in St. Anton am Arlberg sehr vereinzelt sehr groß werden können. Mit dem Regen steige die Auslösebereitschaft von spontanen Lawinen markant an.
Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) appellierte in einer Pressemitteilung am Samstag ebenfalls an die Vernunft der Alpinsportler: "Berge verlangen nach Vorsicht und Eigenverantwortung!" 35 gemeldete Lawinenereignisse habe es am Freitag gegeben, 13 davon mit Personenbeteiligung. Für ihn habe die Sicherheit der Einsatzkräfte oberste
Gefahr in allen Landesteilen
In Vorarlberg wurde ebenfalls vor hoher Lawinengefahr gewarnt. Im Süden des Bundeslandes und hier vor allem oberhalb der Waldgrenze herrschte Lawinenwarnstufe vier auf der fünfteiligen Skala: "Lawinen können an allen Expositionen leicht von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden und groß werden. Gefahrenstellen sind zahlreich und befinden sich auch im Bereich der Waldgrenze. Für Aktivitäten abseits gesicherter Bereiche sind die Verhältnisse sehr gefährlich", so der Lawinenwarndienst.
Auch der Lawinenwarndienst in Niederösterreich konstatierte eine erhebliche Gefahr. Die Tendenz, so wurde in einer Mitteilung gewarnt, sei zudem steigend. Denn am morgigen Sonntag soll es zu weiterem Niederschlag bei höheren Temperaturen kommen. Die Schneefallgrenze steige im Tagesverlauf an. In unteren Lagen könne es auf die Schneedecke regen. Dadurch erhöhe sich unterhalb von 1.500 Metern die Lawinengefahr.
Situation in Salzburg "bleibt sehr heikel"
Der Salzburger Lawinenwarndienst hat am Samstag die Gefahrenstufe oberhalb der Waldgrenze auf vier und damit "große Gefahr" hochgestuft. Gleichzeitig warnte man vor weiteren Niederschlag bei ansteigender Schneefallgrenze und starkem Wind in der Nacht zum Sonntag. "Die Situation bleibt sehr heikel!" so die Conclusio der Experten.
In Oberösterreich sprach der Warndienst von einer "angespannten Lawinensituation". Es blieb aber bei Gefahrenstufe drei mit "erheblich".